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Reis ist das Grundnahrungsmittel von rund 80 Prozent der Weltbevölkerung und bildet traditionell die Ernährungsbasis in China, Korea und Thailand. Nicht wegzudenken ist Reis aber auch in der indischen, pakistanischen und indonesischen Küche. Während allerdings jetzt die Vorräte schrumpfen, steigen die Preise in immer größere Höhen. Das bedeutet vor allem für den ärmeren Bevölkerungsanteil in Asien, dass sie sich den Reis nicht mehr leisten können.
Die Preise für Reis stiegen in den vergangenen zwei Monaten um ca. 50 Prozent an und haben sich damit im Vergleich zu 2004 mehr als verdoppelt. Thailand, der größte Reisexporteur der Welt, erwartet für die Tonne Jasminreis bald einen Preis um die 1000 Dollar, zu Jahresbeginn waren es noch 430 Dollar.
Der thailändische Handelsminister, Mingkwan Saengsuwan, hat nun am Freitag bekannt gegeben, dass er Gespräche mit seinen Ministerkollegen in vier südostasiatischen Ländern plane. Diese Länder seien Laos, Vietnam, Kambodscha und Birma. Die vier Staaten hätten bereits Interesse signalisiert, hieß es. Thailand ist der weltgrößte Reisexporteur. "Obwohl wir das Nahrungsmittelzentrum der Welt sind, haben wir wenig Einfluss auf die Preise", sagte ein thailändischer Regierungssprecher. Derzeit müsse das Land teures Öl importieren und billigen Reis exportieren, was unfair sei und die Handelsbilanz verschlechtere.
 Thailändischer Handelsminister Mingkwan Saengsuwan

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Steigende Rohstoff- und Ölpreise, eine hohe Inflation und auch Spekulation treiben den Reispreis an. Nun hat das World Food Programme sich mit einem dringlichen Appell an die Geberstaaten gewandt und fordert 500 Millionen Dollar zusätzlich, um Produktionsausfälle zu kompensieren. Nach dem Zyklon in Bangladesh seien allein bis Ende April rund 15 Millionen Dollar Soforthilfe nötig, um die Bevölkerung mit Nahrung zu versorgen. In Manila müssen derzeit nicht nur die Reislager, sondern bereits die Reisfelder nachts streng bewacht werden, denn Reis ist knapp und somit zum teuren Gut geworden.
Nach dem Vorbild der Organisation Öl exportierender Länder (OPEC) will nun Thailand ein Reis-Kartell einrichten. Die OPEC entscheidet über die Öl -Förderungsmenge und nimmt so entscheidenden Einfluss auf die Preise. Eine Organisation Reis exportierender Länder würde dementsprechend ebenfalls auf die Preisentwicklung Einfluss nehmen. Die Befürworter der Idee sagen, dass so sichergestellt werden könne, dass die Bauern von den steigenden Preisen des Grundnahrungsmittels profitieren.
Die Gegner der Idee dagegen halten es für wenig wahrscheinlich, dass sich das Modell der OPEC auf den Handel mit Reis übertragen lässt. Auch gibt es die Befürchtung, eine kleine Gruppe könne Macht über die weltweit rund drei Milliarden Menschen erhalten, die sich mehr oder weniger hauptsächlich von Reis ernähren.
Mit einem Reis-Kartell ist natürlich auch noch nicht geklärt, wie die armen Bevölkerungs- schichten die Preise für ihren Reis bezahlen sollen. Indien, Ägypten und Kambodscha haben die Notbremse gezogen und derzeit allen Export von Reis eingestellt. Sie wollen mit ihrem heimischen Reis zunächst die Nahrungsmittelsicherheit der eigenen Bevölkerung sichern.
Das Horrorszenario eines Aufstands von Millionen Hungernder bereitet Politikern schlaflose Nächte. "Selbst Leute, die seit 30, 40 Jahren im Geschäft sind, haben so etwas noch nie gesehen", sagt Wanlop Pichpongsa, Manager bei Capital Rice Company, einem der größten Reishändler in Thailand. "Der Preis ändert sich von morgens bis nachmittags, wie im Aktienmarkt."
Weltweit werden nach Angaben des auf den Philippinen ansässigen Internationalen Reis-Instituts (IRRI) im Jahr 457 Millionen Tonnen Reis verzehrt. Darauf zu verzichten, ist für viele undenkbar. "Jeder Sack Reis ist 20 bis 30 Prozent teurer als der letzte", sagt Nui Surasak aus Thailand.
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