Von Hartwig Bierhoff *
Will man die politischen, militärischen und gesellschaftlichen Leistungen seit der Proklamation des Staates Israel durch David Ben Gurion vor sechzig Jahren zusammenfassen, so bleibt als Fazit - auch bei kritischem Blick auf das, was erreicht wurde und das, was noch immer in weite Ferne gerückt zu sein scheint - festzustellen: Israel hat in den ersten sechs Jahrzehnten seiner jungen Existenz als jüdischer Staat Leistungen vollbracht, die höchste Anerkennung verdienen.
Der Aufbau eines demokratisch verfassten und gefestigten Staates ist gelungen. Die äußeren Bedrohungen, oft einhergehend mit den Versuchen der existentiellen Zerstörung des Staates und seiner Bürger, hat das Land unter schweren Opfern bestanden, das blutige Schlachtfeld des Krieges bisher immer als Sieger verlassen. Die Integration von Einwanderern aus mehr als 120 Ländern ist in Teilen zu einem Beispiel setzenden Erfolg für viele Einwanderungsländer geworden. Von einem Agrarexportland hat sich Israel zu einem der modernsten HighTech-Produzenten der Welt entwickelt.  Erste Friedenshoffnungen: Yitzhak Rabin mit PLO-Chef Yassir Arafat 1995 in Oslo

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Was fehlt in dieser Erfolgsgeschichte? Der Frieden mit seinen arabischen Nachbarn und damit die Erfüllung des größten Wunsches der Israelis: ein Leben ohne ständige Angst um das Überleben als Individuum wie als Staat führen zu können.
Frieden ist das Schlüsselwort für alles, was die Zukunft des Landes, der Region kennzeichnen wird. Viele israelische Politiker haben seit der Gründung des Staates dieses Ziel verfolgt - und es dennoch bis auf den heutigen Tag nicht erreicht. Das lag und liegt nicht einseitig an einer Seite: weder sind die Bemühungen von israelischer und von palästinensisch-arabischer Seite bis zum heutigen Tag vergeblich gewesen, noch hat es grundsätzlich an ihnen gefehlt.
Blickt man auf die 60 Jahre des Nahost-Konfliktes in seinem israelisch- arabischen Kontext zurück, so ließen sich zahlreiche Bemühungen auflisten, die seither insgeheim oder auf offener politischer Bühne auf direktem oder indirektem Wege stattfanden. Eine Reihe von politischen Persönlichkeiten auf israelischer wie arabischer Seite haben ihr Engagement für einen politischen Ausgleich, für eine friedliche Regelung des Konfliktes mit dem Leben bezahlen müssen. Im Gedächtnis geblieben sind die politischen Morde an Ägyptens Präsident Anwar el-Sadat, an Israels Ministerpräsident Yitzhak Rabin. Auf palästinensischer Seite an Issam Sartawi und Ibrahim Sous, PLO-Vertreter, die dem Terror ein Ende setzen wollten, und damit zugleich von ihren eigenen Landsleuten ermordet wurden. Heute sind sie weitgehend vergessen wie auch der Mord an König Abdallah von Jordanien, dem Großvater von König Hussein von Jordanien.
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