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US-Kritik am Atomprogramm im Iran
27.05.2008
Iran und der Rest der Welt
Das US-Außenministerium hat am Dienstag auf den neuen UN-Atombericht der Internationalen Atomenergie-Behörde (IAEA) reagiert. Der wurde am Montag von Mohammed El-Baradei dem UN- Sicherheitsrat in New York übermittelt. Darin kritisiert El-Baradei das Festhalten Irans an seinem umstrittenen Atomprogramm.

Der IAEA-Bericht sei "beunruhigend", sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, Sean McCormack, am Dienstag in Washington. Der Iran "hält vorsätzlich Informationen" über seine Atom-Aktivitäten zurück. Teheran müsse vor allem die Beteiligung der Militärs an dem Programm sowie die Uran-Produktion erklären. "Wir werden sehen, welche nächsten diplomatischen Schritte daraus folgen werden", sagte der Sprecher.

Entgegen der Beschlüsse des UN-Sicherheitsrates habe Teheran sein Programm zur Urananreicherung nicht eingestellt, schrieb El-Baradei in seinem Bericht. Er erwarte vom Iran "substanzielle Erläuterungen" zu einer möglichen militärischen Nutzung des Atomprogramms.

Der Aufforderung der Atombehörde an den Iran, offene Fragen zur möglichen militärischen Nutzung von Atomkraft zu beantworten, habe das Land verstreichen lassen und erst am vergangenen Freitag reagiert. Diese Stellungnahme sei zu spät gekommen, um noch in den Bericht einzufließen. Die Regierung in Teheran müsse nun die erforderlichen Maßnahmen ergreifen, "damit man Vertrauen in den friedlichen Charakter seines Atompro- gramms haben kann".

Atomkraftwerk Natanz im Iran
Atomkraftwerk Natanz im Iran

Der Iran sieht das anders: Der Bericht belege erneut, dass "die gesamten Nuklear- aktivitäten des Iran friedlich" seien, so der iranische IAEA-Botschafter Ali Asghar Soltanieh. Einmal mehr sei klar geworden, dass es keinerlei Beweise dafür gebe, dass das iranische Atomprogramm militärischen Zwecken diene. Die Anschuldigungen der US-Regierung gegen den Iran seien haltlos, erklärte Soltanieh.

Laut IAEA betreibt der Iran mittlerweile 3500 Zentrifugen zur Urananreicherung in seiner unterirdischen Anlage Natanz. Teheran hat die IAEA darüber informiert, dass es bis Ende des Sommers 6000 Zentrifugen für das Atomkraftwerk in Betrieb nehmen will. Die USA und andere Staaten werfen dem Iran vor, heimlich an Atomwaffen zu bauen. Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinejad betonte hingegen wiederholt, sein Land sei nur an der zivilen Nutzung von Atomkraft interessiert.

Der iranische Botschafter ging allerdings nicht direkt auf Passagen des Berichts ein, in denen die Rede von angeblichen Forschungsarbeiten des Iran an nuklearen Sprengköpfen ist.



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