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Die Truppen sammeln sich im amerikanischen Wahlkampf. Obama und McCain positionieren sich neu.
28.06.2008
Ruhe vor dem Sturm
Unity - Eintracht - heißt ein Örtchen im ländlichen New Hampshire. Ein symbolischer Name für den ersten gemeinsamen Auftritt von Barack Obama und Hillary Clinton nach dem Ende des Vorwahlkampfes. Im Partnerlook standen die beiden am Freitag auf einer kleinen Bühne und tauschten Nettigkeiten aus. "Unity ist nicht nur ein wundervoller Ort - es ist auch ein wunderbares Gefühl" rief Hillary Clinton in die Menge. Obama klatschte, die Zuschauer jubelten.

Und in der Tat: die Demokraten scheinen aufzuatmen, dass nach dem monatelangen Kampf Clinton gegen Obama endlich Ruhe eingekehrt ist. Aber so richtig warm sind die beiden Kandidaten noch nicht miteinander. Die im langen Vorwahlkampf gewachsene Rivalität war beiden Demokraten während des Auftritts anzumerken. Sie schauten sich während ihrer Reden nicht an. Die Standard-Liebkosungen zum Schluss der Veranstaltung fielen sehr zahm aus. Eine keusche Umarmung geriet gerade lang genug, um den Fotografen ihre Bilder zu ermöglichen. Obamas Lob der Fähigkeiten seiner Ex-Gegnerin geriet fad und lieblos.Barack Obama und Al Gore in Detroit
Barack Obama und Al Gore in Detroit

Dennoch: der Wahlkampf gegen die Republikaner hat spätestens gestern begonnen. Der Friedensnobelpreisträger und Ex-Vize Al Gore hat sich vor wenigen Tagen mit Obama gezeigt. Nach Obamas Zusage, Clinton beim Tilgen ihrer horrenden Wahlkampfschulden von 21 Millionen Dollar zu helfen, hat nun auch die Senatorin aus New York ihre Werbung für den Senator begonnen. Fehlt nur noch Bill Clinton. Der ist aber noch beleidigt wegen der Niederlage seiner Frau. Gerüchte besagen, er ziere sich sehr, auf Obamas Lager zuzugehen. Dass der Ex-Präsident dem Kandidaten hilft, ist aber nur eine Frage der Zeit. Zu wichtig ist den Demokraten der Wahlsieg 2008.

Neupositionierungen

Einen Sieg will Obama unbedingt. Seit der Ausrufung zum Kandidaten bewegt er sich deshalb schrittweise in die Mitte. Das heißt nach rechts. Als Kandidat in den Vorwahlen trug er seine progressiven Überzeugungen stolz vor sich her. Damit konnte der Senator die demokratische Basis gewinnen. Nun geht es aber um den Rest: die Wechselwähler, die Unabhängigen, die enttäuschten Republikaner. Obama muss mehrheitsfähig werden. So schlägt er Haken und Häkchen, freilich ohne dies zuzugeben. Früher eher als Kritiker der Todesstrafe bekannt, rief der Kandidat Mitte der Woche nach der staatlichen Ermordung von Kinderschändern. Zeitgleich zog er seinen Widerstand gegen ein Gesetz zurück, das Telefonunternehmen, die bei Bushs Bürgerbespitzelungen geholfen hatten, Immunität garantieren soll. Dann begrüßte er ein Urteil des Supreme Court, das ein Verbot, Handwaffen in Washington zu tragen, kippte. Und zu guter Letzt brach er sein Versprechen, die Wahlkampffinanzierung auf begrenzte staatliche Mittel zu stützen.
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