In China geht die Angst vor einem Terror- anschlag auf die Olympischen Spiele um. Angeblich soll der Anschlag vom ver- gangenen Montag, bei dem 16 Polizisten starben, einen terroristischen Hintergrund gehabt haben. Es war bereits der zweite Anschlag innerhalb von zwei Wochen. Ein Terrorismusforscher aus Singapur hat nun Alarm geschlagen.
Rohan Gunaratna, einer der prominentesten Terrorismus-Forscher Singapurs, warnte am Wochenende in der "Straits Times": "Terror- ismus ist die schwerste Bedrohung der Spiele." Gunaratna ist Leiter des International Centre for Political Violence and Terrorism Research an der Nanyang Techno- logical University. Er benennt vier Gruppen, die nach Erkenntnissen des Olympischen Sicherheits- komitees in Peking als bedrohlich einzu- stufen seien: El-Kaida, die ostturkestanische Islamische Bewegung (ETIM), die Tibetische Befreiungsorganisation und die Falun Gong Sekte.
 In der Provinz Xinjiang leben vorwiegend Moslems

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Gunaratna glaubt nun, die ETIM , die osttur- kestanische Islamische Bewegung, sei die größte Gefahr. Ihr wurde auch in der Zeitung "China Daily" die Verantwortung für den Anschlag am Montag zugewiesen. Doch vor Panikmach warnen wiederum viele Experte. Peking ist während der olympischen Spiele eine Festung und der Ostasien-Wissen- schaftler Xuewu Gu sagt: "Die Gefahr eines Anschlags ist deshalb relativ gering."
Nach Recherchen von Sicherheitsexperten setzt die Regierung in Peking zur Sicherung der Spiele mehr als 34.000 Soldaten der Volksbefreiungsarmee ein und mehr als 110.000 Polizisten. Dazu Kampfflugzeuge, Helikopter und Schiffe. Zudem seien etwa 300.000 Überwachungskameras installiert worden. Schließlich kämen noch bis zu 1,4 Millionen Freiwillige hinzu, die ebenfalls aufpassen sollen, dass nichts geschieht.
Der Anschlag in Kashgar ist laut Xuewu Gu nicht als ungewöhnlicher Gewaltausbruch zu werten. Seit Jahren gebe es dort kleinere oder auch größere Anschläge gegen die Polizei und Regierungsgebäude. Das sei im Ausland nur bisher wenig berichtet worden.
Experten halten es in diesem Zusammen- hang auch für möglich, dass die Zentral- regierung in Peking Vorfälle wie die in Kashgar instrumentalisiert, um ihren gigan- tischen Sicherheitsapparat zu rechtfertigen. Nach Beendigung der Olympischen Spiele könnte der gegen Separatisten in Xinjiang, gegen protestierende Tibeter und gegen die religiöse Falun Gong Sekte eingesetzt werden.
Die chinesische Regierung scheint in der Tat eine gezielte Desinformation der Öffent- lichkeit zu betreiben. Darauf deuten |