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Madrid: Nur 19 Überlebende des Flugzeugunglücks.
21.08.2008
Katastrophe
Nach dem Flugzeugunglück in Madrid am Mittwoch, begannen am Donnerstag Ange- hörige und Experten mit der Identifizierung der Todesopfer. Da die meisten Leichen bis zur Unkenntlichkeit verbrannt waren, könnte sich die Unter- suchung nach offiziellen Angaben noch einige Tage hinziehen. Das Bundeskriminalamt schickte Experten nach Madrid, um bei der Identifizierung der Leichen mitzuhelfen.

Nach Behördenangaben waren neben Spaniern und Deutschen auch Niederländer und Chilenen an Bord. Rettungskräften berichteten von vielen Kinder unter den Opfern. Spanien rief eine dreitägige Staats- trauer aus. Die spanischen Goldmedaillen-Gewinner im Segeln, Fernando Echavarri und Anton Paz, trugen auf dem Siegerpodest in Peking schwarze Armbänder.

Nach Angaben der spanischen Fluggessel- lschaft Spanair haben nur 19 Passagiere den Absturz überlebt. 153 sind dabei getötet worden. Darunter auch eine vierköpfige Familie aus Bayern.

Am Mittag versammelten sich viele Bewohner Madrids in der Innenstadt zu einer Schweige- minute. Unter die Trauer der Angehörigen der Opfer mischte sich auch Zorn: "Obwohl das Flugzeug offensichtlich fehlerhaft war, ist es mit meiner siebenjährigen Nichte gestartet", sagte einer.

Spanair, ein Partner der Lufthansa in dem Luftfahrtbündnis Star Alliance, kündigte an, weiter mit Maschinen des Typs MD-82 zu fliegen. Mehr als die Hälfte der Flotte der SAS-Tochter besteht aus Flugzeugen der 80er-Serie von McDonnell Douglas. Die Lufthansa hat keine MD-Flugzeuge in ihrer Pas-
sagierflotte. In der Frachtflotte setzt sie aber noch die MD 11 ein. Dieser Typ mit drei Triebwerken wurde ab Ende 1990 aus- geliefert und bis 2001 gebaut. Lufthansa-Vorstand Wolfgang Mayrhuber äußerte den Hinterbliebenen seine Anteilnahme.

Die Maschine der Spanair war ca. 20 Jahre alt und Spanair hatte in den letzten Jahren mehrfach Probleme mit ihren Maschinen vom Typ McDonnald Douglas gehabt. Laut ersten Berichten hatte die Unglücksmaschine ebenfalls technische Probleme und deshalb den ersten Startversuch abgebrochen. Beim zweiten Start in Richtung Gran Canaria ist dann das Unglück passiert. Nach Augen- zeugenberichten soll ein Triebwerk gebrannt haben. Die Unglücksstelle ist großflächig abgesperrt.

Ein Seitenteil der Unglücksmaschine
Ein Seitenteil der Unglücksmaschine

Isabella PfaffIsabella Pfaff, pfaff@tagesblick.de
Journalistin
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