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Überwachungsvideo zeigt kein Feuer im Triebwerk
22.08.2008
Flugzeugkatastrophe
Ein Überwachungskamera des Madrider Flughafens hat den Unglücksstart der Span- air angeblich aufgezeichnet. Auf diesem Video sei kein Triebwerksbrand zu sehen, so berichten spanische Zeitungen am Freitag. Damit widerspricht das Video Augenzeugenberichten, wonach ein Trieb- werk vor dem Start Feuer fing. Die Ursache der Katastrophe bleibt damit zunächst unklar.

Allerdings zeige das Video, dass die MD-82 viel zu wenig Schub für einen regulären Start hatte. Da ein ausgefallenes Triebwerk alleine noch nicht zu einem Absturz führt, hätten möglicherweise aus dem defekten Motor fliegende Teile das Ruder der Maschine beschädigt, sagt ein erfahrener Pilot. ''Wenn das in einem Moment passiert, in dem ein Triebwerk ausgefallen ist und das andere, noch funktionerende, einen Gegendruck er- zeugt, der das Flugzeug zur Seite schiebt, verliert man die Kontrolle'', erklärt er.

Für die These eines beschädigten Steuer- ruders spricht, dass die toten Piloten mit gebrochenen Armen gefunden wurden - möglicherweise, weil sie mit enormem Kraftwaufwand versucht hatten, das Flugzeug zu stabilisieren.

Nach wie vor ungeklärt ist auch, ob das Un-glück mit dem Defekt zu tun haben könnte, der zum Abbruch des ersten Starts führte. Die Fluggesellschaft Spanair versichert, dass ihre Techniker korrekt gehandelt hätten, als sie das Überhitzungsproblem an einem Luft- einlass gelöst und die Maschine wieder auf die Piste geschickt hätten.

Am späten Abend hatten Hinterbliebene ein Treffen mit Spanair-Verantwortlichen nach nur 15 Minuten wieder verlassen. Sie fühlten sich von der Airline nicht ausreichend über die Katastrophe und die möglichen Ursachen informiert.

Die spanische Regierung hat nun eine Untersuchungskommission eingesetzt, der neben internationale Experten auch Fach- leute der Europäischen Kommission ange- hören. Bis der Bericht zur Absturz- ursache vorliegt, werden aber wohl Monate vergehen.

Das Auswärtige Amt hat inzwischen bestätigt, dass sich nach Angaben der spanischen Behörden fünf Deutsche unter den 153 Toten befinden. Mit Sicherheit lasse sich das aber erst sagen, wenn alle Opfer identifiziert seien.

Isabella PfaffIsabella Pfaff, pfaff@tagesblick.de
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