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Vergessen Sie Fußball - zumindest für eine Nacht. Denn viel mehr als Fußball ist das American Football wirkliches Rasenschach! Jeder, der Spaß an Strategie und Sport hat, sollte sich die Übetragung des "Super Bowl", vergleichbar dem Pokal-Endspiel, am Sonn- tagnacht in der ARD anschauen. Ich zu- mindest habe mein Herz an diese wilden Männer und den klugen Spielzügen schon längst verloren.
Ich sage es gleich vorweg: Ich habe keine Ahnung von Football. Aber, das Schöne ist, das ist gar nicht schlimm. Um dieses Spiel faszinierend zu finden, muss man sich nicht sofort auskennen. Deshalb ist dieses hier eine Liebeserklärung eines ahnungslosen Fans. Um so mehr kommt sie von Herzen.
Jahrzehntelang stand ich den wilden - mit ihren bemalten Gesichtern, wattierten Shirts und rauhbeinigen Umgangs- formen ratlos gegenüber. Was will man schon mit einem solchen Ei spielen, um das sich die Teams auf dem Feld dauernd balgten. Für mich war es klar: An Football scheiden sich eben Kulturgrenzen - und man muss ja nicht alles verstehen.
Eines Nachts, vor etwa drei Jahren, ich weiß nicht mehr warum, blieb ich an einer Super-Bowl Übertragung im deutschen Fernsehen hängen. Und zu meiner eigenen Über- raschung stellte ich ziemlich schnell fest, dass American Football ein nervenauf- reibendes und superspannendes Spiel sein kann.
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Mit etwas Mühe - der deutsche Moderator war hierbei keine Hilfe - aber dafür um so eifriger, bemühte ich mich die Grundzüge des Foot- ball während des Spiels zu verstehen und plötzlich wurde ein Spiel, das für mich immer nur ein Knäul von Männerkörpern war, zu einem hoch-taktischen Kampfsport, für den man nicht nur Körper, sondern auch Köpf- chen, ein gutes Auge, schnelle Ent- scheidungen und eine abgestimmte Team-arbeit braucht. Ich war infiziert!
Football - ein Strategie-Spiel, eine Mann- schaftsleistung fein aufeinander abgestim- mter Hochleistungssportler, ein eleganter Kampf-Spaß, der Porsche unter den Mann- schaftsspielen. Ein Spiel, um Raumgewinn gegen Zeit und Gegner - und um Millionen von Dollars.
Der Super-Bowl, der am Sonntag in Tampa, Florida ausgetragen wird, ist so etwas wie das Pokal-Endspiel der Bundesliga bei uns. Rund 100 Millionen Amerikaner werden sich mit ausreichend Bier, Chips, Hamburgern und Hotdogs vor den Bildschirmen ver- sammeln, mit großen Augen die Kampf- flugzeuge bewundern, die vor dem Spiel traditionell übers Stadion düsen, und voller Patriotismus die Hymne mitsingen. Gegen- einander antreten werden die favorisierten Pittsburgh Steelers - auch meine Favoriten - und die krassen Außenseiter, die Arizona Cardinals.
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