Die EU wird besonders gefährliche Pestizide verbieten. Einer entsprechenden Verordnung stimmte das Europaparlament am Dienstag zu. Substanzen, die Krebs erregen, das Erb- gut verändern oder die Fruchtbarkeit mindern können, sollen bis 2018 nach und nach vom Markt genommen werden. Damit hat die EU das härteste Pestizid-Verbot weltweit.
Die Verordnung tritt sofort in Kraft, auch wenn die meisten Pestizide erst nach und nach, bis zum Jahre 2018 verboten werden sollen - jeweils nach Ablauf der Zulassung.
Die Neuregelung gilt auch für Importprodukte wie Trauben aus Marokko oder Bananen aus Südamerika. Wenn diese Länder weiterhin ihre Produkte in der EU verkaufen wollten, müssten sie die neuen Vorschriften ein- halten.
Die EU-Staaten können allerdings in bestim- mten Fällen Ausnahmegenehmigungen be- antragen, etwa wenn ganze Ernten durch einen bestimmten Schädling gefährdet sind und es keine nicht-chemischen Alterativen zur Bekämpfung gibt. Außerdem muss künftig bei der Zulassung von Pestiziden geprüft werden, ob diese akute oder chronische Aus- wirkungen auf Bienen haben. Bienen rea- gieren besonders empfindlich auf Giftstoffe.
Aus öffentlichen Parks oder Spielplätzen sollen Pestizide ganz verbannt oder zumin- dest auf ein Minimum beschränkt werden. Außerdem wird das Besprühen von Anbau- flächen aus der Luft grundsätzlich untersagt.
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Kritik übte die Umweltschutzorganisation Gre- enpeace. Stoffe, die auf das Hormonsystem oder die Nerven einwirkten, würden von dem Verbot nicht erfasst. Damit werde es auch weiter Giftstoffe im Essen geben, sagte Greenpeace-Sprecher Manfred Krautter dem ZDF. |