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Nach wochenlangem Protest können die Gegner des Umbaus des Stuttgarter Hauptbahnhofs den ersten Erfolg verbuchen. Am Montag luden Ministerpräsident Mappus und Grünen-Fraktionschef Winfried Kretschmann zu einem Rundem Tisch. Am Wochenende hatte sich bereits Bahnchef Rüdiger Grube für eine solche Gesprächsrunde ausgesprochen.
Vorbedingungen soll es nicht geben. Allerdings wird es auch nicht zu einem Stopp der Abrissarbeiten kommen, wie es die Gegner fordern. Die sind besonders über Kretschmann erzürnt, dass er nicht auf dieser Vorbedingung bestanden habe. Mappus dagegen erklärte, er sehe derzeit keine Anhaltspunkte, die einen Baustopp rechtfertigen würden.
Mit dem ca. vier Milliarden Euro teuren Bahnprojekt Stuttgart 21, das ausser den Grünen alle Parteien befürworten, soll der bestehende Bahnhof unter die Erde verlegt werden, womit die Anbindung an den Flughafen verbessert und schnellere Zugverbindungen ermöglicht werden sollen. Letzteres ist allerdings nur möglich, wenn gleichzeitig die Strecke bis Ulm ausgebaut wird, was weitere drei Milliarden verschlingen wird. Zudem soll durch die Verlegung des Bahnhofs unter die Erde ein neues Stadtviertel entstehen.
Der Last-Minute-Protest kam für viele überraschend, da das Projekt bereits seit den 90-ern geplant wird und bisher alle Hürden genommen hat. Vor drei Jahren wurden jedoch 67.000 Unterschriften zur Herbeiführung eines Volksentscheides mit dem Argument abgeschmettert, dass dieser gegen bereits |
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getroffene vertragliche Vereinbarungen verstoßen würde. Diese „Arroganz der Macht“, die nach wie vor darauf besteht, dass man das Projekt nicht mehr abblasen könne, ist vielen Demonstranten ein Dorn im Auge.
Zu den Anführern des Protests, gehört der in Stuttgart ansässige Schauspieler Walter Sittler. Er hat den Schwabenstreich ersonnen, bei dem alle Anwesenden auf Kommando in lautes Geschrei ausbrechen oder ihre Trillerpfeifen in Aktion setzen. Sie wehren sich gegen den Gigantismus des Vorhabens, dessen endgültige Kosten nicht nur sie auf bis zu elf Milliarden taxieren. Zudem wollen sie das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude, über dessen Schönheit man allerdings streiten kann, erhalten. Es wird jedoch nur teilweise abgerissen.
Seit den Montagsdemonstrationen in der DDR hat sich dieser Tag als Demonstrationstag schlechthin in Deutschland etabliert. Auch die Protestaktionen gegen Hartz IV fanden montags statt. In Baden-Württemberg sind derzeit noch Schulferien, und es wird fast jeden Tag demonstriert. Am Freitag erreichte der Protest mit 30.000 (aut Polizei) bis 50.000 Teilnehmern (laut Veranstalter) den bisherigen Höhepunkt.
Zwar wird dieser Protest in erster Linie von den etablierten und besser gestellten Bürgern getragen. Dennoch kam es auch schon zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Am Montag morgen musste die Polizei mit einer Hebebühne drei Demonstranten von einem Großbagger holen, wo diese sich |
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