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Wie ist die Lage von Hertha BSC nach der Hinrunde?
19.12.2011
Die Hälfte ist geschafft
Die Hinrunde ist vorbei. Was man als Anhänger von Hertha BSC davon halten soll, weiß man nicht so richtig.

Da ist zum einen der 11. Platz mit 20 Punkten; ein Ergebnis, das einem Aufsteiger alle Ehre macht.

Zum Anderen ist der schöne Vorsprung, den Hertha auf die Abstiegsplätze hatte, auf nunmehr 4 Punkte zum Relegationsplatz und 3 zu einem 15., also dem rettenden Platz, geschmolzen.

Doch damit nicht genug: die Leistungs- und Ergebniskurve von Hertha zeigte in den letzten Spielen nach unten, während sie bei einigen der Mitkonkurrenten um den Abstieg deutlich nach oben zeigte: Köln, HSV, Nürnberg, sogar Kaiserslautern und Augsburg.

Daher wird es in der Rückrunde einer Leistungssteigerung gegenüber der Hinrunde bedürfen, um die Klasse zu halten. Von ganz großer Wichtigkeit sind dabei die ersten 3 Spiele -in Nürnberg und zu Hause gegen den HSV und Hannover. Gelingt dort ein guter Start mit vielleicht 7 Punkten, kann man die folgenden Spiele gelassener angehen.

Dies wird wichtig sein, da 2 der Siege aus der Vorrunde gegen Stuttgart und Dortmund glücklich waren, bzw. einen völlig außer Form spielenden Gegner antrafen, und aller Wahrscheinlichkeit nicht wiederholbar sein werden. Dieses sind dann die nächsten 2 Spiele.

Eine Steigerung muss also sein, wenn die Klasse erhalten werden soll.

Gibt es denn aber überhaupt in der Hertha Mannschaft Spieler, von denen man eine Steigerung gegenüber der Vorrunde erwarten kann? Da holt man tief Luft und schon stockt einem der Atem, denn so richtig viele Namen fallen einem nicht ein.

Thomas Kraft ist sicherlich eine der wenigen Ausnahmen. Er war gut in der Vorrunde, hat einige Punkte für Hertha festgehalten. Seine Schwächen im Strafraumspiel und in der Ausstrahlung auf die Abwehr sind hoffentlich behebbar und werden sicherlich bei einem sehr veranlagten, jungen Torwart, der vor allem Spielpraxis braucht, noch zunehmen.

Und danach? Ja, vielleicht Lasogga. Wenngleich er ein Spieler ist, der auf fremde Hilfe total angewiesen ist, also ein Spiel nicht allein durch eigene Leistung entscheiden kann.
Gerade in den letzten Spielen, als kaum ein vernünftiger Paß nach vorn gespielt wurde, konnte einem Lasogga schon leid tun. Aber trotzdem ist er zweifellos ein Spieler, der stark steigerungsfähig ist; und das ist auch notwendig, wenn er einen eigenen Wert als Sturmspitze erhalten soll, Zweikampfstärke und Ballsicherung sind wesentlich zu verbessern.

Andere steigerungsfähige Spieler sind nicht erkennbar, dazu sind sie schon zu lange "erfaßt".

Wo sind die jungen Spieler, die vielen Auswahlspieler aus "U"-Mannschaften? Nichts zu sehen davon. Fast nie saßen sie auch nur auf der Einwechselbank. Selbst Morales, von Klinsmann immerhin für gut genug für eine Berufung in das US-Nationalteam befunden, kam kaum zum Zuge. Gibt es hier Hoffnung? Wird ein neuer Trainer darauf mehr Augenmerk richten?

Neben der individuellen Verbesserung einzelner Spieler kann eine Mannschaft natürlich auch dadurch stärker werden, dass sie in ihrem Spielsystem sich als Team verbessert. Dafür gibt es mit Gladbach und Hannover eindrucksvolle Beispiele in der Bundesliga. Dies ist eine der zentralen Aufgaben des Trainers. (Auch deshalb finde ich die Leistung von Markus Babbel eben nicht überragend.)

Darüber nun heute zu spekulieren, wie das in der Rückrunde werden wird, wäre Kaffeesatz-Lesen. Bei dem heute vor allem gehandelten Namen läuft mir ein kalter Schauer über den Rücken. Warum nicht Stanislawski, der in der denkwürdigen Pressekonferenz nach dem Hoffenheim-Spiel mehr als deutlich zum Ausdruck brachte, dass er überhaupt keine Lust mehr hat, dort weiter zu arbeiten oder der holländische Trainer, der AZ Alkmaar an die Tabellenspitze gebracht hat (vergleichbar mit Freiburg in der Bundesliga) oder einer der spanischen Trainer, die den spanischen Fußball nach vorn gebracht haben?

Als Anhänger von Hertha wird uns auch in der Rückrunde nichts erspart bleiben. Damit sich mal einer festlegt: Gewinnen wir das erste Spiel in Nürnberg wird Hertha den Klassenerhalt einige Spieltage vor Schluss sicherstellen, bei einem Unentschieden wird man drinbleiben, aber bis zum letzten Spiel zittern, bei einer Niederlage kann höchstens der 16. Platz erreicht werden.
Axel ScherffAxel Scherff, scherff@tagesblick.de
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3 Kommentare
 
1) Also ganz ehrlich. Mir geht das langsam alles sowas von aufm Sack. Dieser ganze Verein entwickelt sich immer mehr zur einer Lachnummer. Alles was man sich die letzten 1 1/2 Jahre aufgebaut hat, das Image etc. alles kaputt und noch verschlimmert. Ich will langsam nicht mehr und nach 20 Jahren Hertha habe ich immer mehr die Schnauze voll. Simunic: „Es gibt so viele Leute, für die Hertha das ganze Leben bedeutet. Die tun mir leid. Die werden verarscht.“ Langsam glaube ich das auch und so schwer es mir fällt und auch die Träne meinem Gesicht runterläuft....kommt Skibbe, dann, auf jedenfall dann, trete nach 20 Jahren aus Hertha aus.
Kommentar von Björn | 20.12.2011 @ 03.22 Uhr
 
2) Das ist nicht erstaunlich und auch nicht sehr schnell, denn es war doch klar, dass Markus Babbel nach monatelangem Zögern nicht bei Hertha verlängert.

Sollte Preetz bis zum 21.01.2012 warten?

Und sich dann vorhalten lassen, dass er ein schlechter Manager ist, weil er erst so spät gehandelt und die Zeichen der Zeit (z.B. Babbels Weigerung zur Vertragsverlängerung) nicht rechtzeitig erkannt hat?

Also bitte, unser Verein heißt nicht Babbel BSC, sondern Hertha BSC!

Kommentar von Realist | 19.12.2011 @ 18.26 Uhr
 
3) Es ist schon erstaunlich wie schnell der Name Skibbe gehandelt wurde.Für mich hat
Babbel im November Preetz über seinen Abschied informiert und dieser will das nun
nicht gehört haben.Auf dem Markt sind einige gute Trainer zu haben und Hertha nimmt
gerade den, der überall vorzeitig gehen musste.Würde Hertha seine Mitglieder fragen,
so würden 80% bestimmt nicht Skibbe nehmen.Wer so den Verein Hertha lächerlich
macht, kann nur über einen bescheidenen Intellekt verfügen.
Kommentar von Knefler | 19.12.2011 @ 15.32 Uhr
 
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