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„Werder Bremen hat ja Mesut Özil auch nicht wegen seines Migrationshintergrundes verpflichtet, sondern weil er gut Fussball spielen kann“, begründete der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) seine Entscheidung vom Wochenbeginn, die Hamburger CDU-Politikerin Aygül Özkan in sein Kabinett zu berufen. Laut Medienberichten wurde die 38-Jährige mit türkischen Wurzeln Wulff von Bundeskanzlerin Angela Merkel höchstpersönlich empfohlen.
In der Hamburger CDU hat Özkan eine Blitzkarriere absolviert. Erst vor sechs Jahren ist die Juristin in die CDU eingetreten. Vor zwei Jahren zog sie ins Hamburger Parlament ein und wurde auch zur stellvertretenden Landesvorsitzenden gewählt. In Hamburg war sie für Wirtschaftspolitik zuständig Nun erhält sie die Zuständigkeit für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration. Letzteres wurde eigens für sie aus dem Innenministerium herausgelöst.
„Es ist ein grosses Ressort, und ich bin eine Quereinsteigerin. Ich bin mir bewusst, dass ich eine Vorbildrolle spiele“, kommentierte Özkan ihre Berufung. Wulff sieht in Özkan „ein gutes Signal an Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund.“ Özkan selber sieht sich nicht als „Quoten-Migrantin“. Gegenüber der Zeitschrift „Brigitte“ bekannte sie einmal, dass sie sich von ihrer Art wenig türkisch fühle, da sie immer mindestens zwei Schritte voraus schaue: „Das passt zwar nicht zur türkischen Kultur, die offen und ganz spontan ist. Aber in |
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Deutschland steht nun mal das bewusste Steuern im Vordergrund. Und deshalb bin ich hier mit meiner Art genau richtig.“
Özkans Eltern kamen in den 60-er Jahren nach Deutschland. Der Vater ist Schneider. Nach ihrem Jurastudium arbeitete Özkan zunächst bei der Telekom, wo sie schnell zur Chefin von T-Mobile für Norddeutschland avancierte. 2006 wechselte sie in die Logistik-Branche und gründete die Hamburger Niederlassung des privaten Post-Konkurrenten TNT. Seit 17 Jahren ist sie mit einem ebenfalls türkischstämmigen Frauenarzt verheiratet. Beide haben einen siebenjährigen Sohn, der zweisprachig aufwächst.
Ihr Faible für Politik entdeckte sie während eines Referendariats beim Europäischen Parlament. Für die CDU hat sie sich entscheiden, weil die Partei „für Werte wie Familie, Verantwortung, Nächstenliebe“ stehe. Das seien Werte, „die ich auch als Muslimin lebe.“ Als neue Ministerin will sie vor allem die frühkindliche Bildung von Migrantenkindern stärken. Zudem will sie bei den Eltern dafür werben, dass sie ihre Kinder frühzeitig in die Kita schicken.
Mit welchem Selbstbewusstsein Özkan ihr neues Amt antritt, verrät ihre Anwort auf die Journalistenfrage, wie sie mit von oben verordneten Sparzwängen umzugehen gedenke: „Das entscheidet der Finanzminister nicht allein.“ Dass es für Deutsche mit türkischen Wurzeln in Deutschland nicht immer einfach ist, hat Özkan auch schon erlebt: „Wenn |
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