Mit dem ersten Spatenstich gab Wirtschaftsminister Dr. Reiner Haseloff heute gemeinsam mit Vertretern der Fraunhofer-Gesellschaft sowie dem Geschäftsführer der Dow Olefinverbund GmbH, Rudolf Lamm, den offiziellen Startschuss für den Bau des neuen Modultechnologiezentrums im Dow ValuePark in Schkopau. Auf rund 2.000 Quadratmetern sollen dort ab Ende 2010 neuartige Verfahren zur Modulintegration sowie Aufbau- und Verbindungstechnik entwickelt werden.
Das Modultechnologiezentrum wird mit insgesamt 12,8 Millionen Euro von Land, Bund und Europäischer Union gefördert. Es ist Teil des Fraunhofer-Centers für Silizium-Photovoltaik CSP, das 2007 von den Fraunhofer-Instituten für Werkstoffmechanik IWM (Halle) und für Solare Energiesysteme ISE (Freiburg) gegründet wurde.
"Bei der heimischen Produktion von Zellen und Modulen muss der Faktor Qualität im Vordergrund stehen. Geringere Herstellungskosten und ein höherer Wirkungsgrad sind die Schlüssel, um konkurrenzfähig zu bleiben", sagte Haseloff. "Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es wichtig, Forschung und Entwicklung zu forcieren, um mit neuen Innovationen im Aufschwung die Nase vorn zu haben." So werde das Fraunhofer-CSP mit dem dazu gehörigen Modultechnologiezentrum die gesamte Wertschöpfungskette zur Produktion von Silizium-Solarzellen verbessern. Haseloff: "Mit der Photovoltaik- und Solarindustrie ist es uns in Mitteldeutschland gelungen, eine neue, zukunftsfähige Industriebranche zu etablieren. Diese Unternehmen haben ihre Headquarter-Funktionen bei uns und investieren viel in Forschung und Entwicklung und damit in die Zukunft. Die mit der Vergabe von Fördermitteln verbundenen Auflagen zur Schaffung von Arbeitsplätzen sind nicht nur eingehalten, sondern in der Regel weit übertroffen worden. |
Die neue Forschungsinfrastruktur wird der Solarbranche in Mitteldeutschland zusätzlichen Schub geben." So habe die derzeitige Krise zwar deutliche Spuren bei den Solarunternehmen hinterlassen. Langfristig bleibe die Photovoltaik aber ein Wachstumsmarkt und Sachsen-Anhalt ein wichtiger Produktions- und Forschungsstandort. Neben neuen Innovationen seien auch eine steigende An-zahl von Institutsausgründungen, Neugründungen sowie Unternehmens-ansiedlungen im Umfeld des Fraunhofer CSP zu erwarten.
Mit dem Fraunhofer-CSP wird an den Standorten Weinberg Campus in Halle (bis Ende 2011) und Schkopau (bis Ende 2010) ein Forschungszentrum entstehen, das besonders regionalen Photovoltaikunternehmen als Partner für gemeinsame anwendungsorientierte Forschungsprojekte zur Verfügung steht. Schwerpunkte der Arbeiten am Fraunhofer CSP liegen in den Bereichen für Siliziumkristallisation, Herstellung dünner Siliziumwafer, Beschichtungstechnologien, Modulfertigungstechnologien sowie chemische, mechanische, elektrische und optische Materialanalyse von Materialien der Photovoltaik. Das Fraunhofer CSP wird Forschungsleistungen für die regionalen Solarunternehmen anbieten und als zentraler Forschungspartner für das Spitzencluster "Solarvalley Mitteldeutschland" frühzeitig die Vernetzung mit der Industrie und den weiteren Forschungseinrichtungen der Region vorantreiben. Im Endausbau werden mehr als 60 Wissenschaftler im CSP forschen. |