Branchenbuch

     |   RSS   |   Suche     
BW BY BE BB HB HH HE MV NI NW RP SL SN ST SH TH 
StartAus den LändernThüringen
Thüringen
Diesen Artikel drucken Diesen Artikel drucken Diesen Artikel weiterempfehlen Diesen Artikel weiterempfehlen
Deutsche Umwelthilfe erhebt schwere Vorwürfe gegen Abfallunternehmen
02.11.2011
Streit um Müll
Nach Überzeugung der Deutschen Umwelthilfe verstößt das Abfallunternehmen RCO Recycling-Centrum GmbH beim Umgang mit gefährlichen Abfällen gegen geltendes Recht - Gasemissionen, Staubwolken und Gestank gefährden Mitarbeiter und beeinträchtigen Anwohner .

Auf der Abfallbehandlungsanlage der RCO Recycling-Centrum GmbH (RCO) im thüringischen Bad Klosterlausnitz wird seit Monaten gegen geltendes Recht verstoßen, ohne dass die zuständigen Aufsichtsbehörden dagegen einschreiten. Davon ist die Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH) nach eigenen Recherchen überzeugt. Nach Angaben der Umweltschutzorganisation gehen seit mindestens April 2011 von der Anlage heftige Gas-, Faser-, Staub- und Geruchsemissionen aus. Mitarbeiter des Abfallunternehmens wurden in unzulässiger Weise krebserregenden Substanzen ausgesetzt, Abwässer mit Chemikalien verunreinigt, Abfälle unsachgemäß gelagert und illegal miteinander vermischt. Das Landratsamt Saale-Holzland-Kreis verharmlost seit einem halben Jahr systematisch Hinweise beeinträchtigter Anwohner und blockiert Aufforderungen der DUH, gegen diese Verstöße vorzugehen.

"Wir halten es für skandalös, dass die thüringischen Überwachungsbehörden die offensichtlich gravierenden Verstöße in der Abfallbehandlungsanlage tolerieren. Die dort durchgeführte Verarbeitung und Lagerung gefährlicher Abfälle im Freien ist nach unserer Erkenntnis rechtswidrig. Da das örtliche Landratsamt seiner Aufsichtspflicht nicht nachkommt haben wir Umweltminister Reinholz aufgefordert, den Betrieb so lange zu schließen, bis ein ordnungsgemäßer Betrieb sichergestellt ist", sagt DUH-Bundes¬geschäftsführer Jürgen Resch.


Die Firma RCO betreibt in Bad Klosterlausnitz eine Abfallbehandlungsanlage, in der gefährliche Abfälle in einem so genannten "Stabilisierungsverfahren" verarbeitet werden. Die Anlage dient außerdem der Behandlung von zum Teil gefährlichen Abfällen zur Umwandlung in so genannte "Ersatzbrennstoffe". Seit April 2011 sind Bewohner eines 400 Meter von der Anlage entfernten Wohngebietes regelmäßig Staub- und Faseremissionen ausgesetzt, welche vom Betriebsgelände ins Wohngebiet geweht werden. Sie setzen sich in Haaren, Kleidung und auf geparkten Autos fest.

Eine gesundheitliche Gefährdung der Anwohner ist aufgrund der in der Anlage verarbeiteten Gefahrstoffe nicht ausgeschlossen. "Um die Umweltbelastungen und Gesundheitsgefahren für die Anwohner zu bewerten, sind langfristige Luftmessungen der Stäube und Fasern und orientierende Bodenproben auf dem Firmengelände sowie im benachbarten Wohngebiet unverzichtbar", erklärt die DUH-Abteilungsleiterin für Kreislaufwirtschaft Maria Elander.

Das für die Überwachung zuständige Landratsamt Saale-Holzland-Kreis weigert sich bis heute, entsprechende kontinuierliche Immissionsmessungen durchzuführen und verweist auf eine einmalige Messung im Außenbereich der Anlage am 24. Mai diesen Jahres, die keine Auffälligkeiten ergab. "Die bisherige Vorgehensweise des Landratsamts ist schlicht unseriös. Denn natürlich unterscheiden sich Art und Menge der Emissionen je nach Intensität des Anlagenbetriebes, nach den verarbeiteten Abfällen und den Windverhältnissen von Tag zu Tag. Ein einmalig gemessener Wert ist nicht aussagekräftig - dafür müssen die Staub- und Fasermessungen über mehrere Monate und an unterschiedlichen Stellen
1  2   > weiter
0 Kommentare
Einen Kommentar hinterlassen:  (Bitte alle Felder ausfüllen!)
 
Name:
 
E-Mail:
 
Kommentar:
 
Spam-Schutz: 
 
Deutschlandkarte


THzum Archiv