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US-Militär verursacht Schäden in Babylon
04.08.2009
Babylon
Babylon gibt es wirklich - es ist eine der Wiegen der Menschheit und liegt im Irak. Genau das ist das Problem: Ein neuer Bericht der UNESCO gibt einen Gesamt- überblick über die Schäden, die das US-Militär an der antiken Stadt angerichtet hat. Bei der Errichtung einer Militärbasis wurden durch Abtragungen "größeren Schaden" angerichtet, so der finale Bericht, der bereits 2005 in Auftrag gegeben und jetzt ver- öffentlicht wurde

Eine aktuelle Untersuchung der UNESCO hat ergeben, dass US-Truppen die antike Stadt Babylon schwer beschädigt haben. "Wichtige Strukturen wie das Ischtar-Tor und die Prozessionsstraße wurden beschädigt", so der Report. Das Ischtar-Tor war eines der Stadttore von Babylon.

Ein Teil des Ischtar-Tor ist im Berliner Per- gamonmuseum zu sehen. Es wurde 1887 durch den Architekten Robert Koldewey und den Orientalisten Eduard Sachau im Auftrag der Königlichen Museen zu Berlin entdeckt. Das Ischtar-Tor gehört zur alten Stadtmauer von Babylon und ist mit seinen azur-blau gebrannten und glasierten Ziegel, mit seinen Löwen-Ornamenten und Drachendar- stellungen eines der sieben Weltwunder der Antike.

Ursprünglich säumte die glasierte Ziegel-Mauer wohl die gewaltige Prozessionsstraße, die der Göttin Ischtar und dem Gott Marduk gewidmet waren. Sie zog sich beideseitig kilometerlang durch Babylon hin zum Königs- palast von Nebukadnezar II. Im Pergamon-Museum ist ein Teil dieser überwältigenden Prozessionsstraße zu sehen.

1887 wurden die ersten Teilstücke von Koldewey entdeckt, die so wunderbar und einzigartig waren, dass 1899 eine große Ausgrabungskampagne gestartet wurde. Man fand tatsächlich große Teile des Tores im nichtzerstörten Zustand. Die Berliner Museen kamen mit der osmanischen Altertümer- verwaltung in Konstantinopel überein, dass die Fundstücke zur nach Berlin verbracht werden dürften. Über den Seeweg reisten so 399 Kisten von Basra nach Hamburg nach Berlin. Dort konnte aber nur eine verkleinerte Version des Tores aufgebaut werden, die richtigen Dimensionen hätten alle Möglich- keiten der Berliner Museen gesprengt.

Neben dem Ischtar-Tor, das allein ein Besuch des Pergamonmuseums lohnt, gehören auch die "Hängenden Gärten" von Babyllon zu den antiken Weltwundern. Bereits im Jahr 2004 sorgte der Aufenthalt des US-Militärs in Babylon für Aufruhr. Von April 2003 bis zum Dezember 2004 war das so genannte "Camp Alpha", das Hauptquartier der multinationalen Division, bei der Aus- grabungsstätte der "Hängenden Gärten" stationiert gewesen.

Von Seiten des Militärs hieß es, dass die Militärbasis auch deshalb in der antiken Stadt errichtet wurde, um sie vor Räubern zu schützen. Die USA haben sich laut offiziellen Angaben aus dem Irak allerdings dazu bereit erklärt, 800.000 Dollar (rund 570.000 Euro) für die Restauration zu zahlen.

Der Sprecher des irakischen Tourismus- ministeriums, Abdulzahra al-Talaqani, kün- digte an, das Areal im August mit Hilfe von hunderten Freiwilligen gesäubert werden soll.
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