Wie anders sind dagegen die Werke von Christoph Engel! Er kopiert Fotographien von Landschaften aus der Vogelperspektive viele hundert Male und legt sie dann übereinander legt.
So entsteht eine Komposition, bei der das Ausgangsmotiv nicht immer ganz eindeutig ist. Während das Mosaik aus Straßen und Grünflächen deutlich als Portrait eines Flughafens zu erkennen ist, bleibt bei seinem Portrait der Welt unklar, wie er „Welt“ hier definierte, handelt es sich doch um einige Sandhaufen vor blauem Hintergrund. Das Faszinierende an seinen Bildern ist, dass sie, auch wenn sie in dieser Version von ihm inszeniert sind, doch alle potentiell so wirklich existieren: es könnte wirklich eine Wüste geben, in der ein Fluss und seine Arme so fließen, dass sie von oben einer Hand ähneln, es könnte tatsächlich ein Auto- bahnkreuz existieren, dass von einer solchen Menge an völlig symmetrischen Häusern umgeben ist.
Christoph Engel zeigt uns unsere Welt aus einer anderen Perspektive und enthüllt so, welch ein immenses Potential für unsere Perzeption in ihr liegt. In beiden Aus- stellungen wird klar, dass das, was uns unsere Wahrnehmung als „Realität“ darstellt, nur eine von vielen möglichen Perspektiven ist. Und ist unsere Vorstellungskraft auch beschränkt: unsere Imaginationskraft ist es nicht! Wer dafür noch Beweise braucht, sollte unbedingt die Ausstellung besuchen- so wie auch jeder, der neue Betrachtungsweisen und Blick- winkel entdecken möchte - er wird es nicht bereuen. |
Die Ausstellungen von Pierre et Gilles und Christoph Engel sind noch zu sehen bis zum 4. Oktober 2009 im:
C/O
Altes Postamt
Oranbienburgerstr.
10117 Berlin
Öffnungszeiten:
täglich von 11.00Uhr bis 20.00Uhr
 Wiebke Schick, unsere Gastautorin

Wiebke Schick, unsere Gastautorin, studiert Rhetorik und Psychologie an der Universität Tübingen und hat bereits für einige Zeitungen geschrieben. Fotoausstellungen waren etwas Neues für sie - begeistert war Wiebke Schick dabei aber vom neuen Blick auf die Welt.
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