Er war der Maler der Reformation schlechthin. Geboren im Fränkischen, in Kronach - des- halb der Nachname Cranach - wurde er schnell Hofmaler in Wittenberg. Dort schloß er Freundschaft mit Luther und Melanchthon und später mit Tizian. Seine Werke stehen gleichberechtig neben denen von Dürer. Jetzt sind sie in Berlin zu sehen, die Werke von Lucas Cranach dem Älteren.
Wie begeistert man jemand für einen Künstler, der im 16. Jahrhunderts gelebt hat? Vielleicht damit, dass die Bilder und Portraits von Lucas Carnach dem Älteren ein beson- deres Menschenbild transportieren, dass einerseits streng durch reformatorische Gedanken geprägt sind, andererseits die Verspieltheit des wiener Einflußes wieder- spiegeln. Geht sowas überhaupt?
Ich finde ja - wer je das Bild "Das goldene Zeitalter" gesehen hat, der wird begeistert sein, auch wenn uns mittlerweile mehr als 500 Jahre von der Entstehung dieses Werkes trennen. Die Figuren, obwohl figürlich ge- nauestens gemalt, umgibt eine Leichtigkeit, beinahe schon eine ätherische Aura, die die Renaissance-Einflüsse erspüren lassen.
Vielleicht kann man jemand auch damit überzeugen, dass Lucas Carnach der Ältere ein künstlerischen Weltenbummler war, der in Wien seine Lehrzeit verbrachte, in Wit- tenberg dann ebenso heimisch wurde wie später im schwäbischen Augsburg oder in den Niederelanden. Vielleicht überzeugt auch sein Lebensweg, denn neben Künstler mit einer äußerst erfolgreichen Werkstatt, war er noch Gastwirt und Kämmerer in Wittenberg.
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Seit diesem Wochenende und noch bis zum 24. Januar 2010 werden über 200 seiner Werke und Werke aus jener Zeit, sowie die seines Sohnes im Berliner Schloss Char- lottenburg und in der evangelischen Marienkirche in Berlin-Mitte zu sehen sein. Cranach hat nämlich auch in Berlin gewirkt: Er hat für den 1538 begonnen Neubau des Berliner Schlosses Altartafeln und Gemälde erschaffen.
 Adam und Eva von Lucas Cranach dem Älteren

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