Sandro Botticelli (um 1445-1510) ist zu einem Markenzeichen der italienischen Renais- sance im Goldenen Zeitalter der Medici geworden. Mit seiner Bildniskunst be- gründete er ein weibliches Schönheitsideal, das lange nachwirkte. Zu sehen sind seine einmaligen Bilder im Frankfurter Städel Museum bis Februar 2010.
Es gibt nicht soooo viele Gründe, Frankfurt einen Besuch abzustatten, wenn man nicht gerade über den Frankfurter Flughafen in die große weite Welt fliegen will. Da gibt es noch die Buchmesse, na gut, das wars dann aber fast auch schon.
Jetzt aber gibt es noch einen Grund: Sandro Boticelli im Frankfurter Städel Muesum. Mit 80 Bildern aus seiner Werkstatt ist es die erste große Ausstellung dieses italienischen Renaissance-Künstlers in Deutschland. Bis- her musste man, um Boticelli zu sehen, in die Uffizien nach Florenz pilgern und sich dort gemeinsam mit riesigen Zuschauermassen in engen, dunklen Räumen an den wunderbaren Bildern vorbeidrängen. Jetzt sind seine Meisterwerke aus Florenz (nicht aber die Primavera) und aus den Museen in Madrid, London und Washinton in Frankfurt zu sehen. Bis zum 28. Februar 2010.
Wie der Kurator des Städel Museums, Andreas Schumacher, sagte, sollte man die Chance jetzt nutzen, denn es wird wohl sehr lange Zeit vergehen, bis irgendwo auf der Welt wieder eine solche Sammlung von Boticelli-Meisterwerken zu sehen sein wird. Boticelli selbst wurde im März 1445 in Florenz als Sohn eines Lohngerbers geboren und starb im Mai 1510. Früh schon wurde klar, dass er einen Hang zur Malerei hatte. Die bekanntesten seiner Bilder sind wohl "Die Geburt der Venus" und sein "Weibliches Idealbildnis", das Simonetta Verspucci als Nymphe darstellt. Dieses Bild gehört bereits dem Städel Museum in Frankfurt.
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Boticelli hat eine einzigartige Bildsprache, die die Frankfurter Rundschau als "so sinnlich wie unnahbar" beschrieben hat. Er hat die Schönheit seiner Portraits mit klaren Linien herausgearbeitet, aber auch seinen Madon- nenfiguren zuvor nie gekannte Eleganz vermittelt. Alle Figuren sind scheinbar der Erde entrückt und haben dennoch eine melancholische Note. Vor den roten Wänden des Frankfurter Städel Museums kommen die italienischen Kunstwerke geradezu ideal zur Geltung. Besser als in den Uffizien.
Boticelli, der zunächst eine Goldschmiede-Ausbildung absolvierte, gehörte Mitte des 15. Jahrhunderts zu den Günstlingen der re- gierenden Medici in Florenz. Sein Ruf war so groß, dass er 1481 von Papst Sixtus nach Rom gerufen wurde, um ebenfalls an der Ausschmückung der Sixtinischen Kapell mitzuwirken.
 Boticellis Weibliches Idealbildnis

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