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Viel gibt es nicht zu sehen in Jamestown, eine der ersten Kolonien in Amerika - ein Denkmal, die Ruine einer Kirche und Schilder, die mitteilen, dass dort einmal Holzhäuser gestanden haben. Die Minimalistik täuscht. Die englische Niederlassung sollte bedeutend und prägend sein für das spätere Amerika. Ist man an amerikanischer Geschichte und Gesellschaft interessiert, lohnt ein Besuch in Jamestown.
Dort in Virgina, an einer Flussmündung der Chesapeake Bay, gingen 1607 104 Siedler an Land. Sie waren mit der Virginia Company gekommen, einer als Aktiengesellschaft eingegeschriebenen Handelsgesellschaft.
Die Überfahrt nach Amerika zum Zweck der Errichtung einer Handelsniederlassung war von King James I offiziell bewilligt worden. Der englischen Krone war die Kolonialisierungsversuche in der neuen Welt nach einigen fehlgeschlagenen Versuchen einige Jahre zuvor, zu riskant worden. Es sei kein Geld mehr für solche Zwecke vorhanden, liess sie ausrichten. Künftige Unternehmungen dieser Art müssten fortan privat finanziert werden.
Die Virginia Company hatte Glück. Unter der pragmatischen Führung von Captain John Smith überlebte Jamestown. Das Ziel der Kolonie war ein wirtschaftliches: Mit dem Handel von Rohstoffen sollte Gewinn gemacht werden, schliesslich war die Virginia Company eine Aktiengesellschaft. Die Investoren wollten für ihre getätigten |
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Investitionen entsprechende Rendite sehen. Der Krone, die die Handelsbefugnis gewährt hatte, war ebenfalls am Erfolg der Unternehmung gelegen, und zwar aus geopolitischen Gründen: sie hatte wollte mit der Kolonie ein Bollwerk gegen die Spanier schaffen, die im 16. Jahrhundert die führende Macht in Europa waren und mit ihren Schiffen die Weltmeere beherrschten.
Der Versuch Jamestown machte sich bezahlt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten - Gold war nicht gefunden worden und Silber auch nicht - sicherte sich die Niederlassung ihr Überleben durch Tabak. Die in Virginia heimische Pflanze liess sich in England hervorragend absetzen, und obwohl König James I überzeugter Nichtraucher war, liess er den Handel wegen des lukrativen Profits für die königlichen Kassen zu. Als die Kolonie wegen der wachsenden Bedrohung durch die eingeborenen Indianer zu kapitulieren drohte, entzog die Krone schliesslich der Virginia Company die Handelsbewilligung und nahm den Schutz und die Weiterführung der Niederlassung in eigene Hände.
Das Projekt Jamestown steht somit diametral im Gegensatz zum etwa zeitgleichen Projekt Plymouth, Massachusetts. Dort waren 1620 die „Pilgrims“ gelandet, deren Überleben des ersten harten Winters von den Amerikanern jedes Jahr mit dem „Thanksgiving“ Erntedankfest gross gefeiert wird. Der Unterschied: Die Siedler in Virginia waren aus wirtschaftlichen Gründen gekommen, die in Massachusetts aus religiösen Gründen. |
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