Interessante Einblicke in den Arbeits- und Freizeitalltag in der ehemaligen DDR bietet das DDR Museum in der Nähe vom Berliner Alexanderplatz, direkt an der Spree. Gezeigt werden neben der klassischen Wohnungseinrichtung auch Gegenstände aus Schule und Betrieb.
Schon am Anfang des Besuches stellt sich beim Besucher echtes DDR-Gefühl ein: Das kleine und verwinkelte Museum verströmt die Kuschelatmosphäre eines Gemüseladens in der ehemaligen DDR zur Bananenzeit. Die Ausstellung vermittelt auf anschauliche und vielfältige Weise, wie sich das Alltagsleben in der DDR, abseits von politischen Fragen, abspielte. So werden beispielsweise zentrale Berufsbilder (z. B. Chemiker, Bauer, Ingenieur) erläutert und die zu deren Ausübung genutzten Arbeitsmittel ausgestellt. Auch kann der Besucher selber Türen und Schubladen öffnen und so interessante Alltagsgegenstände neu- oder wiederentdecken. Auf ähnliche Weise werden Modestücke, Kinderspielzeuge und Schulmaterialien dargeboten.
Höhepunkte der Ausstellung sind ein dem Stil der DDR nachempfundenes Badezimmer, Wohnzimmer und eine Küche. Hierzu zählen auch die damals gängigen Haushaltsgeräte, bis hin zu originalen Eierbechern und Gläsern. Und auf dem Fernsehgerät im Wohnzimmer verbreitet Karl-Eduard von Schnitzler die DDR-Propaganda in seiner mittlerweile legendären Sendung „Der schwarze Kanal“.
Natürlich kann ein solcher Museumsbesuch nicht ohne das obligatorische Probesitzen im Volkswagen der DDR, dem Trabant, enden. |
Die Ausstellung legt ihren Blick bewusst auf das Alltagsleben der Bürger in der ehemaligen DDR. Politische Bedingungen oder Zeichen der Mangelwirtschaft spielen keine Rolle. Allerdings gibt sie einen kurzen Einblick in die Geschichte und Arbeitsweise der Stasi, inklusive der damals verwendeten Abhörtechnik. Wer also an tiefgehenden politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in der DDR interessiert ist, sollte lieber dem Deutschen Historischen Museum einen Besuch abstatten. Wer aber einen Blick in das „normale“ Leben von knapp 17 Millionen Ostdeutschen werfen oder einfach nur eigene Erinnerungen auffrischen möchte, ist hier genau richtig.
 An der Grenze zur Realsatire: Karl-Eduard von Schnitzler in "Der scharze Kanal"

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