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An Polit-Talkshows kommt heute keiner mehr vorbei- weder der Zuschauer noch der Politiker selbst.Wer was zu sagen hat, muss das im Fernsehen tun - so scheint es zumindest. Doch wer bestimmt, wen - und so auch was- der Zuschauer zu sehen bekommt? Was denken die Politiker selbst darüber? Und was macht eine gute Talkshow letztendlich aus? Um diese und andere Fragen dreht sich das neu erschienene Buch „Polit-Talkshows- Bühnen der Macht“ von Sascha Michel und Heiko Girnth.
Das Buch enthält selbstverfasste Beiträge und Interviews mit Politikern wie Rainer Brüderle und Andrea Nahles, bekannten Journalisten und renommierten Wissen- schaftlern. Gleich zwei der Autoren waren bei der Präsentation in Berlin dabei, und zwar Prof. Dr. Jo Groebel, der Direktor des Deutschen Digitalen Instituts, und der Publizist und Kommentator Hugo Müller-Vogg. Steffi Radke, Redakteurin des SWR, moderierte das Gespräch.
In einem Punkt waren sich alle einig: egal wie man zu Polit-Talkshows steht - sie sind ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Demo- kratie und leisten einen nicht zu vernachläs- sigenden Beitrag zur politischen Meinungs- bildung. 2 bis 3 Millionen Zuschauer sehen sich wöchentlich die Talkshows von Anne Will, Maybrit Illner und ähnliche Sendungen |
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an. Diese Sendungen sind daher ein sehr effizientes, ja laut Professor Groebel sogar das einzige Medium, mit dem man solch eine Zahl von Menschen erreichen kann, die sich nicht per se schon für Politik interessieren. Und weiter: Wenn der Zuschauer nach der Sendung eine Information, ein Argument mitnimmt, dann ist das Ziel erreicht. Das mag nach sehr wenig klingen, doch weiß jeder aus eigener Erfahrung, wie gering der Anteil an reinen Sachinformationen ist, die nach einem Vortrag hängen bleiben.
Eine Politshow fördert aber nicht nur die Diskussion bestimmter Themen, sie per- sonalisiert auch die jeweiligen Positionen, gibt ihnen und damit auch der Haltung einer bestimmten Partei ein Gesicht. Es hat, wie Michel und Girnth herausfanden, ein Wandel stattgefunden, im Vordergrund steht aber nicht so sehr die Partei als vielmehr der jeweilige Vertreter. Daher kommt der Polit-Talkshow als ideale Plattform zur Inszenierung der eigenen Persönlichkeit eine immense Bedeutung zu. Das hat nicht nur positive Konsequenzen: so lautet ein häufiger Vorwurf, dass die dargestellten Positionen ja nicht die wirklichen Verhältnisse wider- spiegeln, sondern Extreme darstellen, und die gegebenen Antworten oft nicht spontane Reaktionen, sondern das Ergebnis von sorgfältigem Coaching sind. Doch das Publikum von heute hat genug Medienkom- petenz um sich dessen bewusst |
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