Seit 1901 wird der Literatur-Nobelpreis ver- geben, heute, rund 108 Jahre später, erhält ihn die Deutsche Autorin Herta Müller. Herta wer?
Es ist wieder eine jener Entscheidungen des Nobelpreis-Kommitees, für die es wenig Verständnis geben dürfte - wahrscheinlich zurecht. Das schmälert nicht das Werk von Herta Müller. Doch ob es wirklich nobelpreis- würdig ist, daran darf man ebenso zurecht zweifeln.
Wer ist diese Autorin eigentlich? Geboren wurde die 56-jährige in Nitzkydorf im Banat in Rumänien, sie wanderte aber 1987 noch zu Zeiten des kommunistischen Regimes aus. Ihre Werke erschienen zuletzt im Hanser Verlag in München. Ihr jüngstes Werk, "Atemschaukel", erzählt von der Deportation deutschstämmiger Rumänen nach dem Krieg in die Sowjetunion.
Im Janaur 1945 wurden alle damals soge- nannten "Volksdeutschen" aus Rumänien von der Roten Armee in sowjetische Arbeitslager deportiert. "Alle" hieß: Frauen und Männer im Alter zwischen 17 und 45 Jahren. Sie wurden verantwortlich gemacht für die durch das Nazi-Regime begangenen Gräuel und Zerstörungen. In Gesprächen mit dem 2006 verstorbenen Schriftsteller Oskar Pastior und anderen Überlebenden der Arbeitslager hat sie den Stoff für ihr Buch "Atemschaukel" gesammelt. Auslösender Punkt war aber die geschichte von Herta Müllers Mutter. Auch sie gehörte zu den damals Deportierten.
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Herta Müller lebt seit 1987 in Berlin. Sie studierte Germanistik und rumänische Liter- atur an der Universität von Temesvar. Drei Jahre lange arbeitete sie als Über- setzerin in einer Maschinenfabrik. Als sie sich weigerte, mit dem rumänischen Geheimdienst, der Securitate, zusammenzuarbeiten, wurde sie entlassen.
Im Jahr 1982 erschien ihr erstes Buch "Nie- derungen". Weitere Werke von ihr: "Der König verneigt sich und tötet", "Herztier", oder "Der Fuchs war damals schon der Jäger." Alle erschienen im Hanser Verlag.
Der von der Schwedischen Akademie in Stockholm vergebene Literaturnobelpreis ist inzwischen mit zehn Millionen Schwedischen Kronen (eine Million Euro) dotiert. Er wird jeweils am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters, in Stockholm überreicht.
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