„Die Simpsons“ ist eine der beliebtesten Fernsehserien der Welt. In unterhaltsamen und geistreichen Essays gehen elf Philosophen der Frage nach, welche Weisheiten und Werte in der gelben Familie und den Einwohnern Springfields stecken. Ein Nachdenken über die berühmteste Fernsehfamilie und gleichzeitig eine Einführung in die Philosophie.
„Ich kann nicht so einfach nach 08/15-Muster vor mich hin leben wie du. Ich will alles! Die erschütternden Tiefs, die berauschenden Hochs und das sahnige Dazwischen! Sicher, ein paar Puritaner und Blaustrümpfe werden über meine arrogante Art und meinen Moschusgeruch mokiert sein, und ich werde auch nie zum Liebling der so genannten Stadtväter, die sich die Zungen wetzen und über die Bärte streichen und beraten, was mit diesem unmöglichen Homer Simpson geschehen soll.“  Unbeherrschter Grobklotz oder moralische Instanz?

Ausgehend von diesem Zitat Homers aus einer Episode der Simpsons und auf der Basis der verschiedenen Charaktertypen bei Aristoteles beleuchtet der erste Aufsatz den Charaktertyp des meist |
ungehobelten, genusssüchtigen und nicht selten rücksichtslosen Familienvaters, der seine Familie aber dennoch über alles liebt - in der modernen Soziologie würde man vermutlich den Ausdruck des Hedonisten verwenden. Und doch: trotz mangelnder Tugenden im aristotelischen Sinne bescheinigen die Autoren Homer einen - im weitesten Sinne - moralischen Charakter.
In „Simpsons und die Philosophie“ nähern sich die Autoren den Hauptcharakteren der Serie, von den Simpsons, den Flanders, Lenny und Moe über Chief Wiggum bis hin zu Mr. Burns und Smithers mit einer leicht verständlichen philosophischen Analyse. Freunde der Serie wird es nicht überraschen, dass wir von Maggie den Wert des Schweigens lernen können, wie es der Nobelpreisträger Elie Wiesel postulierte. Genauso klar ist, dass Bart als praktisches Beispiel für Nietzsches Tugenden des Bösen taugt. Und selbst der korrupte und Donut vernichtende Polizeichef Wiggum findet seinen Platz - treffenderweise unter der Überschrift „Heuchelei in Springfield“.
Das Buch zeigt, dass die Serie viele Philosophen und Denkschulen abbildet - Platon, Sartre, Kant, Descartes, nur um an dieser stell einige zu nennen. Auf der Couch im Wohnzimmer wie auf den Straßen von Springfield geht es um die Grundfragen der Menschheit. Dabei wird allerdings nicht unterstellt, dass der Schöpfer der Serie, Matt Groening, dies alles bewusst umgesetzt hat..
Ein wunderbar komisches und lehrreiches Buch!
„Die Simpsons und die Philosophie“
PIPER Verlag
8,95 Euro
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