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Angeschlagener Milliardär Adolf Merckle tot - Selbstmord bestätigt
06.01.2009
Ratiopharm
Der schwäbische Milliardär Adolf Merckle ist tot. Der 74-Jährige sei bereits am Montag- abend in der Nähe seines Wohnorts Blaubeuren bei Ulm von einem Zug erfasst und getötet worden. Merckle gehörten unter anderem die Unternehmen Ratiopharm und Heidelberger Cement. Sein Imperium war nach Aktienspekulationen ins Wanken ge- raten. Die Familie hat seinen Selbstmord bestätigt.

Die Familie Merckle hat am Dienstagabend in einer Presseerklärung den Selbstmord des Milliardärs bestätigt. Der Pharma-Milliardär Adolf Merckle hat vor seinem Selbstmord seine Angelegenheiten testamentarisch ge- regelt, sagte ein Sprecher seiner Firmen- holding VEM am Mittwoch in Ulm. Merckles Testament werde aber erst nach der Beisetzung veröffentlicht. Der Termin dafür hänge davon ab, wann die sterblichen Überreste von der Staatsanwaltschaft frei- gegeben würden.

Adolf Merckle, hatte sein Unternehmens-Imperium von Anfang an auf einer guten Idee, nämlich Generika zu produzieren und auf unübersichtliche Aktenspekulationen aufge- baut. Er sammelte Unternehmen, wie andere Leute Briefmarken. dabei ging es darum, Gewinne zwischen den Firmen zu ver- schieben und Steuern zu minimieren.

Den Grundstein für sein Imperium legte Adolf Merckle mit einer kleinen Arzneimittelfabrik in der 12.000-Seelen-Gemeinde Blaubeuren bei Ulm. 1967 hatte ihm sein Vater den 80-Mitarbeiter-Betrieb, der vier Millionen Mark umsetzte, weitergereicht. Schritt für Schritt expandierte Merckle, und neben sinnigen Erweiterungen, wie Einstiege in den Pharmagroßhandel und Übernahme anderer Arzneihersteller, kaufte Merckle aber auch unbekannte, artfremde Firmen, wie beispiels- weise die Pommersche Provinzial-Zucker- siederei AG, oder Minifirmen, mit nicht mehr als zehn Angestellten auf dem Papier.

Bereits in den 90er Jahren ist Adolf Merckle dabei mehrmals in den Blickpunkt der Staats- anwaltschaft Ellwangen gerückt, weil er von Aktienanlegern und auch Sparkassen immer wieder angezeigt und beklagt wurde - wegen Insidergeschäften, Gewinntransfers, Betrug. Doch die kleine Staatsanwaltschaft im schwäbischen Ellwangen konnte den Geldflüssen in den damals mehr als 250 Firmen nicht folgen und Merckle kam un- geschoren davon.

So verworren das Firmengeflecht ist, beim Eintrag ins Handelsregister gehen die Merckles verblüffend simpel vor. Sie stückeln ihre Anteile meist in Mini-Aktienpakete und umgehen so die Meldepflicht beim Bun- desaufsichtsamt für das Kreditwesen. Als Eigner tauchen jedoch immer wieder die Namen der Eltern und der Kinder auf.

Jetzt scheint Merckle den Überblick über seine Firmen und Beteiligungen verloren zu haben - kein Wunder, wenn man weiß, dass der Patriach Adolf Merckle am liebsten mit Bleistift und Radiergummi arbeitete - und somit Verträge und Positionen immer mal wieder - zu seinen Gunsten natürlich "über- arbeitete" .

Bei Spekulationen mit VW-Aktien hat Adolf Merckle sich verhoben. Mit einer Milliarde steht er bei den Gläubigerbanken in der Kreide. Was allerdings verwundert - das dürfte keine Summe sein, die Merckle umwirft. Denn: Binnen weniger Jahrzehnte haben Adolf Merckle, seine Frau Ruth und ihre Kinder Ludwig, Philipp und Jutta ein Konglomerat geschaffen, das rund 18 Mil- liarden Euro umsetzt. Die Familie zählt zu den Reichsten der Republik.

So half dem Angeschlagenen im November 2008 auch die Baden-Württemberische Landesbank mit einer Nothilfe wieder auf die Füße. Merckle hatte, wie viele Hedgefonds und Banken auch,
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