Das baden-württembergische CDU-Mitglied Manfred Lüttke soll aus der Partei ausge- schlossen werden. Der Chef des Wasser- kraftverbandes hatte den Theologen und NS-Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer einen „ganz gewöhnlichen Landesverräter" genannt.
Der Generalsekretär der baden-württem- bergischen CDU, Thomas Strobl, will den Parteiausschluss von Lüttke wegen dessen Bonhoeffer-Verunglimpfung. „Ich werde dem Landesvorstand vorschlagen, Manfred Lüttke vor das Parteigericht zu stellen und zu be- antragen, ihn aus der CDU auszu- schließen“, sagte Strobl. Unmittelbar vor dem Beginn der CDU-Klausurtagung im Kloster Schöntal am Samstag wird sich der Lan- desvorstand mit dem Fall beschäftigen. Lüttke hatte bereits angekündigt, er werde sich gegen ein mögliches Parteiausschlus- sverfahren rechtlich zur Wehr setzen.
Manfred Lüttke hatte den Theologen und NS-Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer in einer Sitzung als „ganz gewöhnlichen Lan- desverräter“ bezeichnet. Dafür entschul- digte er sich später, kassierte aber vom Amts- gericht Karlsruhe einen Strafbefehl über 3000 Euro wegen Verunglimpfung des An- denkens Verstorbener. Ministerpräsident Günther Oettinger hatte am Dienstag gesagt: „Ich glaube, dass wir diese Äußerungen nicht stehen lassen können und Parteiordnungs- maßnahmen die Folge sein werden.“
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