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Baden-Württemberg
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Württemberg jeder weiß: Günther Oettinger ist Frauen mehr als zugeneigt. Zuletzt auch deshalb ging seine Ehe in die Brüche.

Oettinger war eigentlich an der Spitze des Landes nicht mehr lange haltbar, zumal ihm in Steffen Mappus, CDU-Fraktionsvositzender ein mächtiger innerparteilicher Gegner erwachsen ist. Die Frage war nur, wie schmutzig würde der Zweikampf der beiden Platzhirsche um den Chefposten werden? Man erinnere sich an die schmutzige Kampagne gegen Anette Schavan, als es um die Nachfolge von Erwin Teufel ging: Plötzlich tauchten überall Gerüchte auf, Anette Schavan sei "lesbisch". Das ist auf dem Acker des Oettinger-Umfeldes gewachsen.

Wohl gewahr, dass die CDU-Herren im Ländle keinem schmutzigen Krieg aus dem Weg gehen, hat Angela Merkel Günther Oettinger nun gesichtswahrend und gerade noch rechtzeitig aus dem Verkehr gezogen. Zwar hat er keinerlei Expertise für Europa aufzuweisen, damit ist er aber nicht der erste deutsche Spitzen-Politiker in Brüssel. Deutschland schickt immer seine zweite oder dritte Garde in die EU, worüber sich die Franzosen und Briten mächtig freuen. Die schicken ihr Spitzenpesonal und kochen Deutschland als größten Nettozahler der Union regelmäßig politisch gekonnt ab.

Günther Oettinger hatte seine präpotenten Junge- Union- Allüren nie abgelegt. Das sah auch sein engstes Umfeld so, zumal, wie aus Stuttgart berichtet wurde, er dem Akten- studium mehr als abgeneigt war und gelegentlich von Mitarbeitern in seinem
Arbeitszimmer eingeschlossen werden mußte, um endlich einige wichtige Akten zu unterschreiben.

Oettinger wird weggelobt und erspart somit der neuen schwarz-gelben Regierung einen ersten Skandal. Dieser Schritt verhindert zudem die Spaltung der CDU in Baden-Württemberg in ein Oettinger- und in ein Mappus-Lager. Er hält die Ruhe in der CDU aufrecht vor der wichtigen Wahl in Nordrhein-Westfalen und entschäft eine tickende Kritiker-Bombe am neuen Koalitionsvertrag. Denn Günther Oettinger gehört nicht zur ersten Freundesgarde von Angela Merkel und hatte bereits Kritik an der Schulden- finanzierung der Steuerentlastungen im Koalitionsvertrag geübt.

Oettinger wird nun von Angela Merkel auf dem Politiker-Friedhof in Brüssel in Ehren be- graben. Und das ist auch gut so.



Isabella PfaffIsabella Pfaff, pfaff@tagesblick.de
Journalistin
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