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Am Sonntag Volksentscheid in Bayern über schärferes Rauchverbot
02.07.2010
Hü und Hott beim Nichtraucherschutz
Ministerpräsident Horst Seehofer (CDSU) will am Sonntag seinen 61. Geburtstag feiern und hat deshalb vorab abgestimmt. Wie will er nicht sagen. Das könne die „Neutralität des Ministerpräsidenten“ verletzen. Mit dieser faulen Ausrede will der Ministerpräsident verschleiern, dass seine Partei in dieser Frage eine Zickzack-Politik sondergleichen vorgeführt hat.

Als die CSU noch die absolute Mehrheit im Parlament hatte, verabschiedete sie das strengste Raucherschutzgesetz der ganzen Republik. Dann aber brach sie bei den Kommunalwahlen 2008 massiv ein. Als Hauptgrund war schnell das Rauchergesetz ausgemacht. Also ging die CSU auf Gegenkurs. Weil die Landtagswahl im selben Jahr auf die Zeit des Oktoberfestes fiel, wurde rasch eine einjährige Ausnahme für alle Festzelte gewährt. Genutzt hat es bekanntlich nichts. Die CSU muss seither in einer Koalition mit der FDP regieren. Darum schweigt die CSU jetzt lieber, während die FDP das Fähnchen der Liberalität aufrecht erhält.

Nach der Landtagswahl lockerten Seehofer und Co den Raucherschutz weiter. Auch in Nebenräumen von Gaststätten, in Diskotheken und Beizen mit maximal 75 Quadratmeter darf weiter gequalmt werden. Dagegen organisierte der bis dahin unbekannte Politiker der Ökologisch-Demokratischen Partei, Sebastian Frankenberger, Widerstand, der zum Volksentscheid am kommenden Sonntag führte. Unterstützt wird er von Ärzten, Sport- und Gesundheitsverbänden und Eltern.

Gekämpft wird mit harten
Bandagen, denn auch die Gegenseite hat mobil gemacht. Unterstützt von der Tabaklobby und dem Verein zum Erhalt der Bayerischen Wirtshauskultur möchte die den Status quo erhalten. Sie haben 1,65 Millionen Feuerzeuge und drei Millionen Flyer verteilt, aber auch 1,8 Millionen Buttons, Postkarten und Kondome. Zudem haben sie ein paar Prominente ungefragt auf ihrer Webseite auftreten lassen, bis die protestierten.

Wie der Entscheid ausgehen wird, ist höchst ungewiss, Meinungsforscher sagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen voraus. Zudem scheint das Interesse nicht sonderlich groß. Laut einer Studie der Universität Bamberg weiss gut die Hälfte der 9,4 Millionen Stimmberechtigten nicht Bescheid über den Volksentscheid. Zwei Drittel glauben offenbar, sie würden automatisch für ein schärferes Rauchverbot stimmen, wenn sie gar nicht erst zur Urne gehen. Beim bayrischen Volksentscheid gibt es kein Quorum. Es reicht die einfache Mehrheit.

Nicht wenige erwarten, dass eine Verschärfung des Rauchverbots Auswirkungen auf ganz Deutschland haben wird, zumal auch die EU den Raucherschutz stärken will. Den genau entgegen gesetzten Weg haben gerade die Saarländer eingeschlagen. Dort wollte die noch junge Jamaika-Koalition aus CDU, FDP und Grünen den Raucherschutz massiv verschärfen und alle Ausnahmen abschaffen. Dagegen sammelte nicht nur eine Initiative in kürzester Zeit 40.000 Unterschriften. Betroffene Wirte legten beim Landesverfassungsgericht Beschwerde ein, dem die
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6 Kommentare
 
1) 60% aller Raucher würden gerne aufhören, schaffen es aber nicht. Bei einem ausnahmslosen Rauchverbot wäre es viel leichter für die meisten diese bescheuerte Sucht endlich loszuwerden!! Liebe Raucher: LASST EUCH VON DER TABAKLOBBY NICHT MEHR SO VERARSCHEN UND STIMMT MIT JA!! Es gibt ein Leben ohne Zigarette. Ich habe selbst 24 Jahre geraucht. Auf die Tabaklobby darf KEINE Rücksicht genommen werden. Sie versuchen mit allen möglichen Zusatzstoffen die Raucher noch süchtiger zu machen wie sie eh schon sind!
Kommentar von Stefan | 04.07.2010 @ 04.37 Uhr
 
2) Ich finde, dem KVR München (eine staatliche Einrichtung) ist deutlich mehr Glauben zu schenken als einem "Pro RauchFrei" Verein, das seit Jahren aggressive und falsche Behauptungen über Raucher in die Welt setzt.
Betrachtet wurde aber in beiden Fällen die Anzahl der Gastronomie-Betriebe und nicht die Fläche, die den Gästen zur Verfügung steht. Die meisten R-Kneipen sind aber recht klein, die tatsächlich den Rauchern zur Verfügung stehende Fläche ist also deutlich kleiner als 15%.
Toleranz ist keine Einbahnstraße. Wenn man 30% der Bevölkerung (Raucher) überhaupt keine Räumlichkeiten mehr gönnen will ist, ist das eindeutig ungerecht und intolerant. Raucher fühlen sich nicht wohl in der Verbotsgastronomie, mit ihren sterilen Räumen, sie möchten weiter ihre R-Lokale haben.
Freiheit ist (auch) die Freiheit zum Wählen: was man in seinem Leben machen will, welchen Beruf man ausüben will, mit welchen Leuten sich befreundet und was man in seiner Freizeit macht. In meiner Freizeit möchte ich gerne ab und zu in einem R-Lokal gehen und NICHT in einem NR-Lokal. Wenn ich überhaupt keine Möglichkeit dazu mehr habe, dann geht es sehr wohl um meine Freiheit (also um die Freiheit von 30% der Bevölkerung, die Raucher sind).
Nach dem strengen Rauchverbot in 2008 ist NUR deshalb keine größere Pleitewelle nicht gekommen, weil so viele Raucher-Clubs so schnell entstanden sind. Diese haben die vielen Gäste aufgefangen, die gerne in einer gemütlichen Umgebung rauchen möchten.
In "anderen Ländern" (genauer gesagt, nur in Irland und England, sonst gibt es nirgendwo ein Rauchverbot ohne Ausnahmen!) hat das sehr wohl zu einem massiven Sterben der Pubs und Kneipen geführt. Alle seriösen Statistiken bestätigen das. Und in Irland ist auch noch die Raucher-Zahl gestiegen...
Diese "4 Vorschläge in der Schublade" scheinen schon wieder ein Märchen der Verbotsliebhaber zu sein. Wenn Sie was konkretes wissen, dann bitte auch konkret sagen, worum es geht. Wenn nicht, bitte hören Sie auf, die Leute verblöden und gegeneinander hetzen zu wollen. So weit ich weiß, es gibt KEINE Pläne in der Richtung, auch die FDP will nur die aktuelle Regelung beibehalten.
"Die Zukunft unserer Kinder" liegt bestimmt (hoffentlich!) nicht in den Bierzelten! Es ist wirklich traurig, wie Kinder für merkwürdige Ideologien missbraucht werden.
Es wäre ein fatales Signal, wenn die Ja-Sager gewinnen würden. Das wäre der Eintritt in einer "Gesundheits-Diktatur", weitere Verbote und Einschränkungen der Freiheit würden schnell folgen, weil das Volk angeblich selber auf seine Freiheit verzichten will.
Um die schönste Definition der Toleranz (Leben und leben lassen), die im Freistaat Bayern erfunden ist, nicht für die Interessen der Gesundheitslobby zu opfern gibt es nur einen Weg:
NEIN beim Volksentscheid am 4 Juli.
Kommentar von Blaudunst | 03.07.2010 @ 10.55 Uhr
 
3) Es ist ja geradezu lächerlich das der Bürger über Rauch oder Nichtrauch
entscheiden soll. Denke wir haben mündige Gastronomen die sehr wohl entscheiden können wie Sie Ihre Räumlichkeiten und Gäste einschätzen. Die derzeit gültige
Regelung ist für alle ein gangbarer Weg.
Es wäre wichtiger das in ganz Deutschland ein Bürgerentscheid über gentechnisch
verändertes Saatgut und Lebensmittel angezettelt würde. Hier gehört den verantwortlichen die rote Karte gezeigt. Finger weg von der Genmanipulation.
Kommentar von Portenkirchner Franz | 03.07.2010 @ 09.39 Uhr
 
4) Die Lügen verbreiten die Verbotsbefürworter. Es wird behauptet, wenn man mit NEIN stimme, würde "fast überall wieder geraucht werden". Dies ist eine beinharte Lüge.

Es liegen keine Pläne zur Lockerung des derzeit gültigen Rauchverbots, in der Schublade. Der VEBWK hat lediglich, wie das täglich zig Lobbyvertretungen tun, mit der Staatsregierung gesprochen. Die bayerische Staatsregierung plant keinerlei Lockerungen des derzeit bestehenden Rauchverbots, wenn NEIN gewinnt. Wenn jedes Gespräch zwischen Lobbyvereinigungen und Politikern Gesetz werden würde, hätten die Abgeordneten viel zu tun.

"Pro Rauchfrei", deren Vereinsziel die "tabakfreie Gesellschaft" ist und die laut "Stern" rauchenden Menschen die Menschenwürde absprechen, haben eine gefakte Telefonumfrage gemacht, wo man entsprechende Lokale herausgesucht hat. So wurde in München-Altstadt lediglich ein Lokal angerufen, im Kneipenviertel Haidhausen nur zwei. Trotzdem kam die Antiraucherlobby auf über 70 Prozent _komplett tauchfreier Lokale".

Ein totales Rauchverbot in der Gastronomie wird die Besitzer und Angestellten von Shisha-Bars, Zigarren- und Pfeifenlounges arbeitslos machen.

Ein totales Rauchverbot in der Gastronomie sorgt dafür, dass die Anwohner von Lokalen keine Nachtruhe mehr haben, da die Menschen verstärkt vor die Türe gehen um zu rauchen und dabei auch Lärm erzeugen.

Man sieht, das totale Rauchverbot in der Gastronomie schafft nur Ungerechtigkeiten, vernichtet Arbeitsplätze und sorgt dafür, dass Menschen um ihre Nachtruhe gebracht werden. Die Ja-Sager haben keine Argumente, sonst müssten sie nicht lügen.

Daher am 4. Juli bitte mit NEIN stimmen. Für ein vernünftiges, friedliches Miteinander und gegen Lügen, Hass und Volksverdummung. Danke.
Kommentar von Werner Niedermeier | 03.07.2010 @ 02.11 Uhr
 
5) Zur Vollständigkeit:

Es wurde nicht erwähnt, dass bei Umfragen herauskam, dass das schlechte Wahlergebnis gar nicht wegen des Rauchverbotes so schlecht war sondern wegen der miserabelen Bildungspolitik.

Das schlechte Ergebnis wurde lediglich missbraucht um den Nichtraucherschutz abzubauen und die Gewinne der Tabakindustrie zu sichern.
Kommentar von frische Luft | 03.07.2010 @ 00.50 Uhr
 
6) Gegner des Volksentscheids verbreiten Lügen

Die Gegner des Volksentscheids fahren derzeit eine massive Werbe-Kampagne mit finanzieller Unterstützung der Tabakindustrie.

- Es sollen angeblich 85-90 Prozent Gaststätten rauchfrei sein.

Die Zahlen stammen von KVR München, der zu den Gaststätten auch den Getränkeausschank in Altenheimen, Bordellen, Kinos, Krankenhäusern, Möbelgeschäften, Reisebüros, Schwimmbädern, Verwaltungsgebäuden, Wettannahmestellen mitgezählt und nur einen kleinen Teil der Gaststätten überprüft hat.

Verlässliche Angaben liefern Untersuchungen von 2 Organisationen:

600 Gaststätten wurden in München persönlich aufgesucht.


Von der 126 getränkegeprägten waren nur 7 rauchfrei, also 94 Prozent Rauchergaststätten, selbst bei den speisegeprägten gab es in 13 Prozent der Fälle erhebliche Verstöße.

Eine anschließend bayernweit gemachte telefonische Befragung ergab, dass in mindestens 35% der bayerischen Gaststätten nach wie vor geraucht wird.

Da wird auf Plakaten vom totalen Rauchverbot gesprochen, obwohl es beim Volksentscheid lediglich um rauchfreie Innenräume geht.

Die Begriffe von Freiheit und Toleranz werden missbraucht, um Rauchverbote als etwas gegen Freiheit gerichtetes zu bezeichnen.

Dabei hat die Freiheit dort ihre Grenzen wo andere gesundheitlich beeinträchtigt werden.

Es wird ein Kneipensterben prognostiziert, obwohl das Statistische Landesamt in Bayern das Gegenteil ausweist und auch im Ausland aufgrund des Rauchverbots dieses Sterben nirgends eingetreten ist.

Wer annimmt, dass bei einem Misserfolg des Volksentscheids die derzeitige Situation bestehen bleibt, die manche vielleicht akzeptieren könnten, täuscht sich.

In der Schublade liegen bereits 4 Vorschläge zu weiteren Lockerungen des Rauchverbots, die hin zu den früheren Regelungen vor 2007 tendieren.

Zudem wäre ein Misserfolg ein fatales Signal für den Nichtraucherschutz in den anderen Bundesländern. Dort würde sich auf absehbare Zeit nichts mehr tun.

Für die Zukunft unserer Kinder, die derzeit in Festzelten zugequalmt werden dürfen, gibt es nur ein JA beim Volksentscheid.


Kommentar von Hempel | 02.07.2010 @ 18.34 Uhr
 
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