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60 Jahre Grundgesetz - ein Fest in Zahlen und Beobachtungen
25.05.2009
Grundgesetz
Eigentlich wurde ein Tag zu früh gefeiert. Zwar wurde am 23. Mai vor 60 Jahren das Grundgesetz verkündet - in Kraft trat es aber erst am 24. Mai. Doch das tat der Feierlaune in Berlin am Samstag keinen Abbruch, Rund eine Dreiviertel Million Menschen feierten das Bürgerfest vor dem Brandenburger Tor. Ein paar Eindrücke.

Das Wetter war genau richtig - und so strömten am Samstag rund 750 000 Bürger vors Brandenburger Tor und feierten bis tief in die Nacht hinein. Nachdem es im Vorfeld heftigen Streit um die Austragung und Durch- führung dieses Bürgerfestes gegeben hatte, kann man für das am Freitag und Samstag gebotene "Notprogramm" feststellen: Es wurde angenommen. Es wurde diskutiert, gefragt, getanzt und zugehört. Bei den zahlreichen Polit-Talks und vor den Info-Ständen der 16 Bundesländern.

Nun geht das böse Wort, dass der Berliner immer feiert, egal was, Hauptsache, es ist umsonst. Doch das war zumindest am Wochenende erstaunlicherweise nicht so: Die Menschen wußten genau, was sie feierten. Sie diskutierten mit, nutzten die Gelegenheit Außenminister Steinmeier und Justizministerin Zypris anzusprechen, die durch die Menge schlenderten. Vor allem viele Schüler und jüngere Menschen. Einige Jugendliche sangen "Happy Birthday Deutschland" und einer brachte es auf den Punkt:" Das Grundgesetz ist cool - es
gibt mir die Möglichkeit zu sein, wie ich will", schiebt sich die Sonnebrille in den Nacken, macht das Victory-Zeichen und zieht in seinen Rapper-Klamotten und einer Bierflsche in der Hand davon.

Tausende von Menschen, darunter er- staunlich viele Touristen aus dem Ausland verfolgten die Wahl des Bundespräsidenten live auf einer großen Videoleinwand im extra dafür aufgestellten Zeltes des Bundestages. Info-Broschüren, das Grundgesetz, T-Shirts und Kulis wurden gleich beutelweise eingesackt und mit nach Hause genommen. Thomas Gottschalk, der eigens dafür aus den USA gekommen war erhielt tosenden Beifall beim vielleicht eindringlichsten Satz des Tages. Gottschalk sagte, dass er, obwohl in den USA lebend, froh sei, nicht dem Schul- und Rechtssystem der USA unterworfen zu sein. Deshalb werde er auch Deutscher Staatsbürger bleiben.

Das Bundespressemat hatte mit weniger Besuchern gerechnet, zwischen 250 000 und 500 000, aber vor allem die Musikgruppen wie PUR, Udo Jürgens, die 17 Hippies und Otto Waalkes zogen die Menschen an. Allein Otto gab mindestens sieben Zugaben. Die Bundesregierung ließ sich die Geburts- tagsfeier rund drei Millionen Euro kosten.

Und unvermeidlich in Berlin: Es war eine Gegendemo von Linksradikalen angekündigt,
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