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Sie war wirklich schön, die Woche nach dem Spiel bei Wolfsburg. Nach einem völlig mutlosen Auftritt zu Hause gegen Mainz spielte Hertha in mehrfacher Hinsicht großartig auf: Es war eine spielende Mannschaft, in der zwar -wie immer- die Last des Aufbauspiels überwiegend auf Raffaels Schultern lag, bei der aber doch deutlich wurde, dass sich auch andere Spieler darüber bewußt waren, dass sie sich am Spiel nach vorne beteiligen müssen, wenn man Tore erzielen will. Vor allem aber war ein Siegeswille erkennbar, der sich nach beiden Gegentoren -besonders nach dem zweiten kurz vor Schluss- zeigte, der mit Kampfgeist und Einsatz nicht ausreichend beschrieben ist, da beiden Begriffen die Erfolgskomponente fehlt. Es war also in diesem Spiel zu erkennen, dass Hertha den Sieg unbedingt wollte, daran glaubte, dass er möglich sei und dann dieses Wollen auch gekonnt umsetzte.
Wie gesagt: Dieses Spiel und die Woche danach waren wirklich schön. Sie waren es vor allem, weil die Leistungssteigerung und der daraus resultierende Sieg nach einem völlig missratenen Auftritt gegen Mainz so unerwartet kamen.
Nun kommt also Borussia Mönchengladbach. Die Berichte in der Vorwoche ließen allerdings mehr den Eindruck zu, dass der VfL Lucien Favre in Berlin spielen würde, weiterhin konnte man den Eindruck gewinnen, dass die Mannschaft von der holländischen Grenze nur aus einem Spieler bestehen würde. |
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Das Spiel beginnt mit verteilten Rollen. Nach kurzen Zeit macht Hertha aus einer schönen, weil schnell und direkt gespielten Kombination das 1:0. Alles klar? Die Statistiker werden schnell darüber informiert, dass das Spiel jetzt entschieden ist, denn nach einem Rückstand hat Gladbach auswärts noch nie gewonnen und auch in den vergangenen Jahren hat Hertha gegen diesen Gegner fast immer zu Hause gewonnen. Also wird Gladbach sich doch jetzt wohl in die Niederlage ergeben und geschlagen an den Niederrhein zurückfahren?!
Nichts dergleichen. Jetzt zeigt sich, dass die Vorberichterstattung in einigen Punkten richtig war. Lucien Favre hat -wie bei Hertha in seiner ersten Saison- aus überwiegend durchschnittlichen, jedenfalls oft unbekannten Spielern eine Mannschaft geformt, die eine große Ordnung und Ruhe ausstrahlt. (Eine Situation, wie die beim 2. Gladbach-Tor, als der von Kraft abgewehrte Ball auf gleich 2 völlig ungedeckte Spieler von Gladbach zurückprallt, wäre nicht sehr wahrscheinlich in der Gladbacher Deckung.) Dadurch hat der Gegner nur dann Tochancen, wenn er die Gegenspieler individuell ausspielt, wie beim Hertha-Tor, oder schneller spielt, als die Gladbacher in ihre Ordnung zurückkommen können. Dies gelang Hertha nur beim Tor; anschließend hatten sie fast keine Torchance mehr. |
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