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ans Netz. Hier sehen Politik und Industrie große Chancen für die CCS-Technologie. Ob die Chinesen sich in ein paar Jahren dazu entschließen, viel Geld für sauberere Kohlekraftwerke auszugeben, vermag heute freilich niemand zu prognostizieren.

Schwere erste Schritte in der Praxis

Wie erwähnt, plante Vattenfall, das Kohlendioxid aus der Lausitz in einem Erdgasfeld bei Salzwedel zu speichern. Gemeinsam mit dem französischen Versorger Gaz de France wurden Vorarbeiten geleistet, 100.000 Tonnen sollten hier zu Versuchszwecken verpresst werden. Doch daraus wird erstmal nichts. Denn das zuständige Landesamt für Geologie und Bergwesen hat zwar das Errichten der oberirdischen Anlage genehmigt, nicht aber untertägige Arbeiten wie das Verlegen einer zwei Kilometer langen CO2-Leitung. Auch die Genehmigung des gesamten Sonder- betriebsplans steht noch aus. Das Pilotprojekt zu CCS scheiterte bislang also am Nichtspeichern, rund 1000 Tonnen CO2 sind im Kraftwerke Schwarze Pumpe bereits angefallen und größtenteils in die Luft gepustet worden.

Doch kann Vattenfall neue Hoffnung schöpfen. Am letzten Freitag hat das Potsdamer Landesamt für Bergbau das Verpressen von 10.000 Tonnen CO2 in saline Aquifere bei Ketzin genehmigt. An dem Vorhaben in der Altmark will Vattenfall trotzdem festhalten.

Verantwortungsvolle Politiker nötig

Nun sind die Risiken der Speicherung von Kohlendioxid kaum mit den Risiken der Lagerung
von Atommüll vergleichbar. Und auch die Folgen eines Austritts des Klimagases sind für Mensch und Umwelt nicht annähernd so gefährlich wie Folgen eines atomaren Unfalls. Doch eine Grundsatzfrage ist beiden Themenkomplexen gemein: Inwiefern sollen auch in diesen Bereichen die Gewinne privatisiert und die Risiken von Verlusten der Allgemeinheit aufgebürdet werden? Was passiert, wenn sich nach 30 Jahren herausstellt, dass der Erhalt der Speicher mit großen finanziellen Verlusten verbunden ist? Und sollen, analog zum Salzstock Asse II, die Bürgerinnen und Bürger für die unsachgemäße Lagerung auf unendliche Zeit haften? An dieser Stelle hat die Politik die Chance, eine wichtige Entscheidung zugunsten zukünftiger Steuerzahler zu treffen. Oder wie es manchmal so einfach, aber auch so richtig heißt: Wer die Musik bestellt, bezahlt.
Michael PohlMichael Pohl, pohl@tagesblick.de
Journalist
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