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Energie aus der Tiefe
09.06.2010
Geothermie
Wenn über erneuerbare Energien gesprochen wird, ist meist die Rede von Sonne, Wind und Biomasse. Doch daneben gibt es noch eine weitere Form der Energiegewinnung mit großen Potenzialen - die Geothermie.

Bisher fristet die Geothermie in Deutschland ein Nischendasein. Doch politische Maßnahmen und innovative Forschung können in diesem Bereich zu enormen Fortschritten führen. Schien es lange Zeit so, dass in Deutschland eine geothermische Energiegewinnung im großtechnischen Maßstab nur in drei Regionen (Norddeutsche Tiefebene, Oberrheingraben, süddeutsches Molassebecken) möglich sei, lässt sich dank technischer Fortschritte in fast allen Regionen Deutschlands das Tiefengestein zur geothermischen Energieversorgung nutzen.
Der wesentliche Fortschritt hierbei ist sogenannte die petrothermale Technologie („Enhanced Gerothermal Systems“, EGS). Damit kann im Tiefengestein ein künstlicher Wärmetauscher geschaffen werden, so dass keine wasserführenden Schichten in der Tiefe (Aquifere) mehr notwendig sind. Forschungsprojekte von deutschen Institutionen gibt es in Soultz-sous-Forêts im Elsass und in Groß Schönebeck (Brandenburg).

Die Geothermie unterscheidet sich in zwei Typen: die oberflächennahe (typischerweise bis 400 Meter) und die tiefe Geothermie.

Geothermie als erneuerbare Ressource

Die Geothermie zählt per definitionem, beispielsweise im deutschen Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), zu den regenerativen Energieträgern. Dies verdankt sie internationalen Übereinkommen und ihrer Genese. Geothermie besteht Schätzungen zufolge zu etwa 30-50 Prozent aus der gespeicherten Energie aus der Entstehungsphase der
Erde und zu 50 bis 70 Prozent aus dem natürlichen Zerfall radioaktiver Isotope. Deshalb ähnelt die Geothermie aus Sicht der Ressourcenökonomie tatsächlich eher Energiequellen wie Solarenergie, Wasserkraft und Windenergie. Denn aus Ressourcensicht ist der große Vorteil, dass es trotz der energetischen Nutzung möglich ist, das Energiepotenzial dauerhaft aufrechtzuerhalten.

Zudem hat die Geothermie gegenüber Solarenergie oder Windkraft den Vorzug, dass sie im Elektrizitätsbereich besser für die Deckung der Grundlast geeignet ist. Darüber hinaus ist die Nutzung der Geothermie prinzipiell CO2-frei.

Die Situation in Deutschland

In Deutschland liegt das theoretisch-physikalische Potenzial bei 1,2 Millionen Exajoule (EJ).
(Zum Vergleich: Im Jahr 2008 betrug der deutsche Primärenergieverbrauch 14 EJ.)
Hierbei sind jedoch ökonomische, technische und ökologische Aspekte unberücksichtigt. Doch selbst unter Beachtung dieser Aspekte ließe sich durch Geothermie ein elektrisches und thermisches Energiepotenzial erschließen, welches über einen Zeitraum von mehreren hundert Jahren einem Vielfachen des deutschen Primärenergieverbrauchs entsprechen würde.

Derzeit werden in Deutschland im Rahmen mehrerer Projekte an verschiedenen Orten seismische Voruntersuchungen oder auch Bohrungen durchgeführt. Nach Aussage des Bundesverbandes Geothermie und seines Sprechers Stefan Dietrich „gehen gerade Kommunen und Stadtwerke da mit gutem Beispiel voran“.

Politischer Ordnungsrahmen und Förderinstrumente

Grundsätzlich ist der Ordnungsrahmen rund um die Geothermie äußerst komplex.
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