Es ist eine leidenschaftliche Anklage gegen den Krieg: Picasso Gemälde „Guernica“. Der Maler schuf es direkt nach der Bombardierung der baskischen Stadt Guernica durch Hitlers Legion „Condor“ am 26. April 1937. Der Maler hatte verfügt, das Bild dürfe erst nach dem Tod des Diktators Francisco Franco in einer zukünftigen Republik Spanien ausgestellt werden.
Am Morgen des 10. Septembers 1981 landet schließlich eine Boing 747 der spanischen Fluggesellschaft Iberia auf dem Flughafen in Madrid. Das Flugzeug trägt den Namen eines berühmten spanischen Dichters: Lope de Vega. An Bord befindet sich eine berühmter Passagier: Picassos monumentales Werk „Guernica“. Das Bild wird von einem Großaufgebot der Guardia Civil bewacht. Rechtsradikale haben einen Anschlag auf das berühmte Anti-Kriegs-Bild angekündigt.
Pablo Picasso hatte 1937 von der Regierung Spaniens den Auftrag erhalten, ein Gemälde für den spanischen Pavillon auf der Weltausstellung in Paris zu schaffen. Am 26. April werfen deutsche Kampfflugzeuge fast drei Stunden lang 50 Tonnen Spreng- und Brandbomben auf die baskische Stadt Guernica. 1600 Menschen sterben, 900 werden verletzt. Die Stadt liegt nach dem Angriff in Schutt und Asche. General Francisco Franco hatte Hitler im spanischen Bürgerkrieg gegen die demokratisch gewählte Regierung aus Sozialisten, Republikanern und Kommunisten um Unterstützung gebeten.
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Als Picasso im fernen Paris von dem Angriff hört, verwirft er seine ursprünglichen Pläne für das Bild. Fieberhaft füllt der Meister des Kubismus nun die riesige Leinwand - sie misst 7 Meter 76 auf 3 Meter 49 - mit Figuren: Ein Pferd - bei Picasso Sinnbild für absolutes Leid. Ein Stier, eine Mutter mit totem Kind und eine brennende Frau. Der Maler teilt das Bild wie bei einem Triptychon. Statt Farben verwendet Picasso abgestufte Grautöne.
Seine Geliebte Dora Maar hält in Fotografien fest, wie „Guernica“ Schritt für Schritt entsteht, wie Picasso die knapp 27 Quadratmeter mit großflächigen Gestalten füllt, das Leiden der Kreatur auf die Leinwand bannt. Picasso vollendet das Gemälde in rund einem Monat - noch bevor die Ölfarben vollständig getrocknet sind, wird es im spanischen Pavillon aufgehängt.
Das umstrittene Gemälde wird nach Paris auch in Skandinavien und in den USA gezeigt. Und in der Whitechapel Gallery in London, erzählt Direktorin Iwona Blazwick. „Picasso bat darum, dass die Besucher als Eintrittsgeld ein Paar Stiefel bringen. Am Ende der Ausstellung wurden zwei- bis 300 Stiefel an die Freiheitskämpfer in Spanien geschickt.“
Von 1939 an hängt Guernica im Museum of Modern Art in New York. Picasso hatte verfügt, das Bild dürfe erst auf spanischem Boden gezeigt werden, wenn Franco abgedankt habe. |