Der Diktator stirbt 1975. Sechs Jahre nach seinem Tod - Spanien ist nun Demokratie - trifft “Guernica” in Madrid ein. Das Bild, das inzwischen zu einem Sinnbild des Leidens schlechthin geworden ist, hängt zunächst im Prado, danach in der Reina Sofia.
Das Gemälde wird trotz vieler Anfragen nicht mehr ausgeliehen - die Leinwand des Anti-Kriegs-Bildes ist verletzt, an vielen Stellen brüchig. Die Farbschicht zeigt Risse.
Eine Reproduktion von Picassos Werk hängt als Wandteppich vor dem Sitzungssaal des UN-Sicherheitsrates im Hauptgebäude der Vereinten Nationen in New York. Am 4. Februar 2003 war der Wandteppich mit Picassos gepeinigten Figuren nicht zu sehen, erzählt Iwona Blazwick: „Als Colin Powell damals die Pläne für die Invasion des Iraks vorgestellt hat, hat er verlangt, dass der Wandteppich mit einem Tuch verhängt wird. Das ist eine stillschweigende Anerkennung, wie kraftvoll, wie wirkungsvoll diese bildliche Darstellung ist - bis heute.“
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