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Serie - 20 Jahre danach: DDR-Museen zwischen Ostalgie und Aufarbeitung
19.10.2009
Stasi-Wanzen und Spielzeugpanzer
Vor 20 Jahren, im Oktober 1989, ist Erich Honecker zurückgetreten, und kurz darauf fiel die Mauer. Jetzt, 20 Jahre danach, existieren mindestens neun Museen, die sich mit dem Thema DDR beschäftigen.

Ein Museum gründen kann im Prinzip jeder. Erforderlich sind vor allem Enthusiasmus und eine zündende Idee. Der Gedanke, die Erinnerung an die untergegangene DDR zu bewahren, ist gleich mehreren Enthusiasten gekommen. Und sie haben diese auf ganz unterschiedliche Weise realisiert. Augenfällig wird das durch Besuche im N-Ostalgie-Museum von Horst Häger in Mötzow bei Brandenburg in Brandenburg und dem DDR-Geschichtsmuseum in Perleberg, das der frühere Pfarrer Hans-Peter Freimark ge- gründet hat.

Gleich neben dem Eingang hängt ein Bild aus dem KZ Auschwitz. „Wir dürfen nicht vergessen, dass der Krieg von uns ausgegangen ist,“ erläutert Freimark die Bildauswahl. Zwar ist die DDR sein Thema, doch das 3. Reich soll noch dazukommen, weil das für ihn zur Geschichte der DDR dazugehört. So werden die tausend Quadratmeter Ausstellungsfläche demnächst auf das Doppelte erweitert.

Mit dem Sammeln hat Freimark schon zu DDR-Zeiten angefangen. Damals war er Pfarrer in Neustadt/Dosse. Er will sich nicht als Regimekritiker bezeichnen, aber doch als „jemand, der sich nicht alles gefallen lässt.“ Darum befestigte er an seinem Kirchturm Schilder, auf denen Pressefreiheit
gefordert wird. An seinem Auto prangte der Aufkleber „Schalom“ (Frieden). Mit dem Sammeln begann er 1980, als die Abzeichen Schwerter zu Pflugscharen plötzlich verboten wurden.

Freimarks Anliegen ist in erster Linie die Aufklärung über vierzig Jahre DDR. Darum sind die meisten seiner Räume nach politischen Gesichtspunkten gestaltet. Erst nachdem man sich über den Staat, die Blockparteien und die Massenorganisationen informiert hat, kommt man in eine frühere Kneipe, wo Freiberg 260 alkoholische Getränke aus der DDR ausstellt. Später folgt ein Konsumladen, dessen Auslagen brechend voll sind. „Früher war das nie so voll,“ relativiert Freimark den Überfluss. Auch seien das Produkte aus unterschiedlichen Jahrzehnten.

Freimarks Museum ist ein ständiger Wechsel zwischen Alltag und Aufklärung. Er gewährt nicht nur einen Blick ins Schlafzimmer des Arbeiter- und Bauernstaates, sondern auch hinter die Kulissen von Volkspolizei und Stasi. Gezeigt werden Wanzen und Geräte zum Durchleuchten von Briefen. Damit konnte man einfacher herausfinden, ob in den West-Briefen auch West-Geld drin war. Solche Briefe erreichten dann nie ihren eigentlichen Empfänger.

Auch Freimark hat seine Erfahrungen mit der Stasi. Nicht weniger als achtzig IMs (Inoffizielle Mitarbeiter) hatte der Geheim- dienst Stasi seinerzeit auf ihn und seine Frau angesetzt. Mitunter hat ihm
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