Beispiel an den erfolgreichsten West-Bundesländern, Baden-Württemberg und Bayern, genommen haben.
Trotz zahlreicher Erfolge ist aber nicht ganz Ostdeutschland eine einzige blühende Land- schaft geworden. Zwar hat sich die Produktivität seit 1991 fast verdoppelt, erreicht aber erst 78 Prozent des westdeutschen Durchschnitts. Die Tariflöhne liegen bei 97 Prozent des Westniveaus. Was dem Osten vor allem fehlt, sind die großen Konzern- zentralen, von denen München beispiels- weise gleich drei hat: BMW, Siemens, Allianz. Bezüglich der Selbständigenquote und der Unternehmensgrün- dungen hat der Osten zwar Westniveau erreicht. Auf der anderen Seite aber ist die Arbeitslosigkeit nach wie doppelt so hoch wie im Westen.
Profitiert haben im Osten vor allem die Rentner. Ostrentner haben im Durchschnitt mehr Beitragsjahre als Westrentner und somit auch höhere Renten. Die Zahl der Abiturienten hat sich seit 1989 verdreifacht. Allerdings ist die Abwanderung junger Leute nach wie vor groß. Die jungen und gut Ausgebildeten - vor allem Frauen - gehen weg. Jedes Jahr verschwindet ein Prozent der Bevölkerung zwischen 18 und 29 Jahren. Regionen wie die Uckermark nördlich von Berlin sind vom Aussterben bedroht. An der polnischen Grenze in Mecklenburg-Vor- pommern hofft man auf polnische Neu- zuzüger. Doch die sind vielen Einheimischen unheimlich, weshalb die rechtsradikale NPD in Grenzregionen besonders starken Zulauf hat.
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