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Wulf Schmiese, ehemaliger politischer Kor- respondent der Frankfurter Allgemeinen Zei- tung, ist zum ZDF-Morgenmagazin gewech- selt und hat nun seine erste Woche als Morgenmoderator hinter sich gebracht. Es ist ein mutiger Versuch von beiden Seiten. Ein erstes Fazit.
Es ist schwer über jemand zu schreiben, den man kennt. Es ist noch schwerer einen Menschen zu beurteilen, den man lange Jahre in einer Tätigkeit erlebt hat, und den man nun plötzlich in eine völlig anderen Funktion wiedersieht. Das erste Fazit, das man nach der ersten Woche von Wulf Schmiese als Morgenmoderator ziehen kann ist zunächst ein anerkennendes: Es ist mutig von beiden Seiten, von Seiten des ZDF, wie aber auch von Seiten Wulf Schmieses, sich auf diese neue Situation einzulassen. Beiden Seiten war mit Sicherheit klar, dass das auch schiefgehen kann. Beide haben auch viel zu verlieren - Wulf Schmiese seinen guten Ruf als FAZ-Korrespondent und das ZDF Zu- schauer.
Kurzum: Der Start am Dienstag und Mittwoch war holprig, am Donnerstag schien eine gewisse Sicherheit eingekehrt zu sein, das Freitags-Interview mit Alt-Bundespräsident Richard von Weizsäcker war zum Wochen- ausklang ein schlichtes Desaster.
Wulf Schmiese ist und war schon immer ein eher introvertierter, scharf denkender aber distanzierter Mensch. Als Zeitungskorres- pondent äußerst angenehm, als Fernseh- moderator hat er diese |
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Distanz zwischen ihm und der Kamera und somit zwischen ihm und dem Publikum bislang nicht verkürzen können. Manchmal hilft es einfach, morgens die Krawatte zu Hause im Schrank zu lassen und den obersten Hemdkragen zu öffnen.
Zwar wollte das ZDF mit dem Zukauf von Wulf Schmiese den politischen Gehalt ihrer Morgensendung optimieren und auch stärken. An sich eine gute Idee - vor allem wenn man sich die politischen Interviews von Cherno Jobatay anhören muss, die diese Bezeichnung nicht verdienen. Aber es spricht keineswegs gegen Schmiese, wenn man sich dabei fragt, ob es denn im ZDF selbst keinen politischen Korrespondenten von Gewicht gegeben hätte, der sich das Mor- genmagazin zutraut?
Nun ist es so, und das weiß jeder, der einmal vor der Kamera stand, solch lange Live-Sendestrecken sind purer Stress: Kamera- wechsel, Zeiten einhalten, Umschaltpunkt nicht vergessen, Telepromter bedienen, Stand wechseln, und so weiter und so fort und dabei noch die Sendung vorbereiten, locker bleiben, Charme versprühen. Das ist nicht einfach, auch nicht für geübte Mode- ratoren.
Insofern hat Wulf Schmiese seine Arbeit diese Woche ganz ordentlich gemacht. Es kam zu keinen großen Pannen, der Gau blieb aus, auch wenn es zeitweise sehr holperte. Öfters lagen Wulf Schmiese und der Telepromter nicht im Gleichklang |
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