Am Mittwoch hat die Mannheimer Staatsanwaltschaft Anklage gegen den 51-jährigen Kachelmann erhoben wegen Vergewaltigung in einem besonders schweren Fall und wegen Körperverletzung. Er soll am 9. Februar seine damalige Freundin, eine Radiomoderatorin, in deren Wohnung in Schwetzingen bei Heidelberg mit einem Küchenmesser bedroht und zum Sex gezwungen haben. Dabei sei die 37-Jährige auch mit dem Tod bedroht worden. Die Anklage stützt sich nicht nur auf die Aussage der Frau, sondern auch auf rechtsmedizinische und kriminaltechnische Untersuchungen. Die Staatsanwaltschaft hält die Aussagen der Frau für glaubhaft, auch wenn diese vor kurzem ihre Aussage in einzelnen Punkten revidieren musste.
Kachelmann war am 20. März nach seiner Rückkehr von den Olympischen Winterspielen in Vancouver auf dem Flughafen Frankfurt von einer Spezialeinheit verhaftet worden. Da er in Deutschland keinen festen Wohnsitz hat, sitzt er seither im Gefängnis. Inzwischen wurde bekannt, dass er in Deutschland nicht nur eine Freundin hatte. Bislang haben sich sieben Frauen gemeldet, die alle glaubten, die einzige zu sein. Eine davon berichtete vor kurzem ausführlich in der „Bunten“ über ihre Beziehung und Kachelmanns Lügengeflecht. Kachelmann habe ihr u.a. seine Heirat verschwiegen.
Der in Schaffhausen aufgewachsene Kachelmann machte nach mehreren abgebrochenen Studiengängen 1990 sein Hobby zum Beruf und gründete in Gais den Wetterdienst Meteomedia. |
Der Erfolg kam mit Auftritten im ARD-Frühstücksfernsehen. Heute hat Meteomedia hundert Mitarbeiter und arbeitet für mehrere Sender der ARD.
Noch ist unklar, wann es zum Prozess kommt. Im Falle einer Verurteilung drohen Kachelmann mindestens fünf Jahre Haft. Kachelmann hat wiederholt seine Unschuld beteuert. |