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Hat Wetterfrosch Jörg Kachelmann bei seiner Firma noch das Sagen?
13.08.2010
Machtkampf bei Meteomedia
Anfang September muss sich Kachelmann nicht nur vor dem Landgericht Mannheim wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung verantworten. Auf ihn wartet auch die Eigentümerversammlung seiner Produktionsfirma, der das Wettervorhersage-Imperium Meteomedia mit Firmensitzen in Gais AR und Bochum (Deutschland) gehört. Bislang konnte Kachelmann alle Versuche des Mitbesitzers Frank B. Werner, ihn aus dem Verwaltungsrat zu verdrängen, abwenden.

Schon bald nach Kachelmanns Inhaftierung hatte Werner erklärt, dass dessen Rolle für die Firma „überschätzt“ werde. Werner schaffte es jedoch nicht, Kachelmann zum Rückzug aus der vordersten Linie zu bewegen. Als Konsequenz legte Werner sein Amt als Verwaltungsrat nieder. Für ihn muss nun Ersatz gefunden werden. Unklar ist, inwieweit auch private Aspekte in dieser Auseinandersetzung eine Rolle spielen. Laut Medienberichten ist Werner mit Kachelmanns erster Ehefrau liiert. Diese hat als Mediendesignerin für das Unternehmen gearbeitet.

Gegen Kachelmann ist jedoch schwer anzukommen, da er 49 Prozent der Firmenanteile besitzt. Der Münchner Investor Werner, dem auch die Wirtschaftszeitung „Euro am Sonntag“ gehört, hält 38 Prozent. Weitere neun Prozent entfallen auf den früheren Chefredaktor des Schweizer „Sonntagsblick“, Peter Balsiger. Der hat schon einmal durchblicken lassen, dass er Kachelmann nicht unbedingt für einen guten Unternehmer hält. Die restlichen Aktien liegen bei der Gesellschaft selber und sind ohne Stimmrecht.

Kachelmann hat seine Firma
1990 gegründet. Meteomedia beschäftigt in Deutschland und der Schweiz rund 100 Mitarbeiter. Das Unternehmen betreibt 815 eigene Messstationen und kann die Daten von weiteren 14.000 Stationen weltweit auswerten. Die Firma besitzt ausserdem Niederlassungen in den USA und in Kanada, wo Kachelmann auch ein Haus hat. Zum Verwaltungsrat gehört neben Kachelmann der Finanzmanager Norbert Steffen.

Die Befürchtung Wernes, Kachelmanns Verhaftung und die damit bekannt gewordenen Details aus seinem Privatleben könnten sich negativ auf das Geschäft auswirken, haben sich bislang nicht bestätigt. Laut Medienberichten hat Meteomedia im vergangenen Jahr einen Umsatz von 20 Mio. Franken (13 Mio. Euro) erzielt. Der Bilanzgewinn lag angeblich bei 4,85 Mio. Franken (3,56 Mio. Euro).

Weder die deutschen Fernsehsender, die ungefähr die Hälfte des Umsatzes ausmachen, noch die Geschäftskunden wie Versicherungen und Sparkassen sind bislang auf Distanz zu Meteomedia gegangen. Bei den Einschaltquoten im Fernsehen hat es bislang keinen Unterschied zu vorher gegeben. Allerdings darf Kachelmann trotz seiner Freilassung vorerst noch nicht zurück auf den Bildschirm.

Laut dem „Handelsblatt“ zahlt Kachelmann seine Anwaltskosten selber. Er beschäftigt derzeit je zwei Anwälte in Deutschland und der Schweiz. Die Kosten werden auf mehrere 100.000 Euro geschätzt. In Deutschland hat Kachelmann den Springer-Verlag wegen Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte in der „Bild“ auf zwei
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1 Kommentar
 
1) ......ja, selbstverständlich muss Herr Kachelmann die mehreren 100.000 Euro auf irgendeinem Weg wieder hereinbekommen. Da ist es natürlich einen Versuch wert, die Bild- Zeitung zu verklagen. Er wird seinen Anwalt für Strafrecht und insbesondere seinen "Medienanwalt Ralf Höcker", den er anscheinend von Anfang an ganz dringend benötigte, für seine unermüdlichen Dienste entlohnen müssen....
Kommentar von Schmitt | 13.08.2010 @ 17.51 Uhr
 
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