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Herr über 10.000 Filmtitel und 40.000 Stunden Serien
14.07.2011
Der Münchner Medienmogul Leo Kirch ist tot
„Ich habe kein Geld, ich habe Schulden“, kommentierte Kirch vor Jahren die Einschätzung der Zeitschrift „Forbes“, die ihn zu den reichsten Menschen Europas gerechnet hatte. 2002 war es mit Kirchs Imperium tatsächlich vorbei. Weil mehrere Banken, aber auch der Springer-Konzern und sein Premiere-Partner Rupert Murdoch aus seinem Imperium aussteigen und plötzlich Milliarden zurück haben wollten, musste Kirch Insolvenz anmelden. Eine Bilderbuchkarriere hatte ein jähes Ende gefunden.

Der am 21. Oktober 1926 geborene Sohn eines fränkischen Winzers startete seine Karriere mit 29 Jahren mit dem italienischen Filmklassiker „La Strada“. 25.000 DM musste er sich damals mangels eigener Mittel leihen. Damit legte er den Grundstein zu seinem Filmverleih, der in seiner Glanzzeit die größte Spielfilmsammlung mit über 10.000 Filmtiteln und 40.000 Stunden Serien umfasste. Ohne Kirch lief im deutschen Fernsehen praktisch nichts mehr.

Auf dem Höhepunkt seiner Karriere, an seinem 75. Geburtstag im Jahr 2001 gehörten Kirch neben dem Filmverleih die Fernsehsender Pro Sieben, Sat 1, der Pay-TV-Sender Premiere. Hinzu kamen die Rechte für die deutsche Bundesliga und die Formel 1. Constantin-Film, Produktionsfirmen und ein Anteil am Springer Verlag in Höhe von 40 Prozent vervollkommneten das Portfolio.

Doch 2001 war auch das Jahr, das seinen Niedergang einleitete. Die Dresdner Bank forderte einen Kredit in
Höhe von 900 Millionen Mark zurück. Im April musste Kirchs Media AG Insolvenz anmelden. Wenige Monate später folgten die Dachgesellschaft Taurus-Holding und andere Beteiligungen.

Von Anfang an hatte Kirch den damaligen Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, Rolf Breuer, für seinen Crash verantwortlich gemacht: „Der Rolf hat mich erschossen.“ Nachdem Breuer 2002 in einem Interview die Kreditwürdigkeit der Kirch-Gruppe bezweifelt hatte, hätten ihm die Banken den Geldhahn zugedreht, behauptete Kirch bis zuletzt.

Bis zu seinem Tod überschüttete er die Deutsche Bank mit Prozessen. Im März standen sich Breuer und Kirch vor dem Münchner Oberlandesgericht gegenüber. Kirch war damals schon von seiner Diabetes schwer gezeichnet. Er wurde im Rollstuhl in den Gerichtssaal geschoben, war fast blind und konnte nur flüsternd antworten. Nach eineinhalb Stunden wurde die Verhandlung unterbrochen.

Kirchs Erben können den Prozess weiterführen. Zwar hat Kirch mehrere Niederlagen einstecken müssen. Doch der Bundesgerichtshof hatte ihm 2006 wegen Breuers Äußerung grundsätzlich Schadenersatz zugesprochen. Allerdings ließ er offen in welcher Höhe. Das Landgericht München lehnte Kirchs Klage auf 1,3 Milliarden Euro ab, worauf Kirch in Revision ging. Einen Vorschlag des Gerichts, Kirch 775 Millionen Euro zu zahlen, lehnte der jetzige Deutsche Bank-Vorstandsvorsitzende Josef Ackermann ab.

Kirchs großer Traum war es
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