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Berlin hat eine neue Kampagne, die von höchster Stelle verordnet und verabschiedet wurde.
06.04.2008
be Berlin, sei Berlin - Berlins neue Werbekampagne
Berlin, das ist nicht nur die deutsche Hauptstadt, die seit nunmehr 18 Jahren aus dem Dornröschenschlaf des Kalten Krieges erwacht ist, sondern auch einer der diskursiven Kristallisationspunkte unserer Republik. Die einen ziehen nach Karlsruhe, weil sie mehr Geld brauchen, die anderen blicken etwas neidvoll, weil sie zwar gerne in Berlin sind und „große“ Politik machen, aber ansonsten nur ungern sehen, dass Berlin mehr und mehr die internationale Auf- merksamkeit von den „Weltstädten mit Herz“ oder Neckar-Metropolen abzieht. Mitten rein in dieses Ringen um die Verortung der alten, neuen Hauptstadt in die föderale, bundes- republikanische Wirklichkeit platzt eine Kampagne, die mit ihrem Charme alle Kritiker-Knie weich machen soll: be Berlin - sei Berlin!
Aha, wenn also jeder Berlin ist, dann wird das schon, so könnte man dieses interpretieren. Da entscheidet der klamme Regierende, mal eben 10 Mio. in zwei Jahren für hübsche Plakate, Radiospots und Anzeigen auszugeben. Was steckt an Grundidee dahinter? Die Weltstadt mit Herz hatten wir schon. Oder hat sich Klaus Wowereit bei seinem letzten New York Besuch in den verstaubten, aber einfach nicht mehr wegzudenkenden „I love NY“ Slogan verliebt
und gedacht: „So etwas brauche ich auch!“? Amsterdam spielt - zugegeben - sehr intelligent damit: „I`Amsterdam“. Aber Berlin? Diese gut gemeinte Kampagne will viel erreichen, aber was wird sie bewirken? Gut gemeint ist zum einen bekanntlich nicht immer gut gemacht bzw. gedacht! Zum anderen drängt sich hier die Frage auf, ob der Anspruch der Kampagne, nämlich Berlin als Marke national und international zu stärken, überhaupt erreicht werden kann. Eine Markenkampagne sieht bekanntlich anders aus. Weiter: Kann dieses Sloganisieren überhaupt einen Beitrag zur Markenbildung leisten? Wohl kaum! Die nächste Frage, die man sich stellt, ist die nach einer Image-Kampagne. Braucht Berlin ein neues Image? Auch hier kann man sich die Antwort gleich selbst geben: Die Touristenzahlen belegen eindrucksvoll, dass immer mehr Menschen nach Berlin wollen - egal, ob sie in Ougadougu oder Ancorage leben. Hier muss man vermuten, dass das Image von Berlin also so schlecht nicht ist. Das kann es also auch nicht sein. Vielleicht sollen sich ja in erster Linie die Deutschen mit ihrer Hauptstadt neu identifizieren und sie lieben lernen. Aber fordert man duzend seine Mitbürger auf, wenn man sie für etwas gewinnen und begeistern will? Sei das, sei
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