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„Ni hao!“ Mit dieser Begrüßung setzt sich Alexander Beisner auf die Rückbank des gelben VW-Santana. Der Taxifahrer grinst, drei Zähne zeigen sich. Vermutlich ist er belustigt vom Europäer, der da sein Grundkurs-Chinesisch ausprobiert. „Hao de?“, versichert sich der Bremer Student, ob der Taxifahrer ihn auch richtig verstanden habe. „Hao de, hao de“, versichert der sofort: „Alles klar. Verstanden!“ Er fährt los. Einige Brocken chinesisch sind in Shanghai Pflicht, denn die wenigsten Taxifahrer können mit englisch etwas anfangen.
Vielen Deutschen wird dann bei ihren ersten Fahrten im chinesischen Taxi vermutlich angst und bange. Wer an die heimische Verkehrsführung gewöhnt ist, der lernt in Shanghai, wie es anderswo zugeht: Der Taxifahrer zieht die Gänge hoch bis der Motor dröhnt, Spurwechsel sind plötzlich und oft nah dran an einer Kollision, die Hupe ist im Dauereinsatz. Alexander Beisner hatte sich daran gewöhnt. Er war für ein Praktikum vier Monate in der Metropole im Jangtse-Delta. In Bremen studiert er Wirtschaftsingenieur- wesen, ein Praxissemester ist Pflicht. „Ich hatte immer vor, das im Ausland zu machen“, erklärt der Student. Asien sollte es schon sein, schließlich sei die Wirtschaft hier im Aufschwung und die Entwicklung vieler Staaten rasant und eindrucksvoll. „Dass es dann Shanghai wurde, war Zufall. Aber es war auch Glück“, erinnert sich Alexander. Denn mit der endgültigen Wahl hatte er nichts zu tun. Über den Einsatzort entschied die deutsche Firma.
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„Neue Welt Shanghai“
Nach zehn Stunden Flug war er dann im letzten Oktober an seinem Reiseziel: Mitten in Shanghai, in einer völlig anderen Welt. Natürlich hatte er sich vorbereitet. Reise- führer, Erfahrungsberichte, Fernsehdoku- mentationen. „Trotzdem überrollt einen das alles am Anfang. Man ist ja von heute auf morgen in einer komplett anderen Welt“, erklärt der 24-Jährige. Denn keine Sendung, kein Buch erklärte ihm, wie es tatsächlich sein würde - alleine unter Chinesen, von denen kaum einer die Sprachen kann, die Alexander spricht. Alleine in dieser Stadt, in der man raten muss, was man isst oder einkauft. Und alleine inmitten dieser 18 Millionen-Metropole. „Für mich war es natürlich gut, dass ich für eine deutsche Firma gearbeitet habe. Mein Chef und die Kollegen haben mir am Anfang erstmal erklärt, was ich unbedingt wissen musste. Wo ich einkaufen konnte und wie ich zur Firma kam zum Beispiel.“
Denn der Weg zum Unternehmen war jeden Morgen eine halbe Weltreise. Zwar gab es einen firmeneigenen Shuttleservice. Der war jedoch im zähen Stadtverkehr auch schon mal zwei Stunden unterwegs. Die Hamelner Firma Lenze ist nämlich nicht im städtischen Wirtschaftszentrum Pudong untergebracht, dessen Wahrzeichen, der Pearltower, schon von weitem rosa funkelt. 50 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, entsteht zurzeit eine komplett neue Stadt: Lingang ist eine künstliche Planstadt, die bis 2020 fertig gestellt sein wird. Planung und Bau stehen in der Verantwortung eines Hamburger Architektenbüros. In dieser künstlichen Stadt hat die Firma Lenze im extra angelegten Industrieviertel bereits seinen Standort.
Gewöhnen musste Alexander sich aber nicht bloß an lange und hektische Autofahrten. Denn: „Das chinesische Essen ist anders, als wir Deutschen es vom China-Restaurant kennen.“ Auf ein typisch deutsches Frühstück in seinem Apartment im 22. Stock eines der unzähligen Häuserblocks musste er morgens sowieso verzichten: „Brot hatte ich während der Zeit in Shanghai gar nicht. Es gab zwar in meiner Nähe einen Supermarkt, der auch europäische Produkte hatte, aber |
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