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Die alte Dame steigt eine Stufe des Busausstiegs hinunter. Plötzlich dreht sie sich noch einmal um und ruft dem Busfahrer ein herzliches „Cheers“ zu. Nichts Ungewöhn- liches in Australien. Lubow Deck drehte sich die erste Zeit in Sydney trotzdem immer perplex um. Die 24-jährige Studentin aus Bremen hat ein Semester in der Hafenstadt studiert. „Ich wollte mein Auslandssemester gerne weit weg von zu Hause verbringen, ganz auf mich gestellt. Und ich wollte in ein englischsprachiges Land“, erklärt sie ihre Wahl. Gehört hatte sie zuvor schon viel von Australien. Von einer vielfältigen Landschaft etwa, und von der aufgeschlossenen Art der Australier. Davon war die Studentin dann aber doch überrascht: „Die Australier sind wirklich total freundlich. Man wird ganz oft angesprochen - in Supermärkten zum Beispiel.“ Da fragt der nette Australier an der Kasse auch schon mal, wie es einem geht. „Aber nicht bloß ganz beiläufig“, erklärt die Studentin. „Die wollten wirklich wissen, wie mein Tag war und haben mich immer in ein Gespräch verwickelt.“
Gewohnt hat Lubow die Zeit in Sydney über bei einem Mann, der einige Zimmer seines Hauses an Studenten und Backpacker vermietete. Das war eng, aber auch ziemlich international. Die kleine Gemeinschaft genoss die freie Zeit nicht selten am Strand oder im Garten. - Zumindest, wenn Lubow Zeit hatte. „Während der Unizeit hatte ich nicht allzu viel frei“, erinnert sich die 24-Jährige. Damit die absolvierten Leistungen für ihr Wirtschafts- ingenieursstudium an der Bremer Uni anerkannt werden konnten, entschied sich Lubow für die Kurse des Studiengangs ‚Industrial Design‘. |
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Von den sechs belegten Kursen waren einige praktisch; da mussten Zeichnungen erstellt und Modelle entworfen und gebaut werden. „Bei einer Aufgabe ging es darum, ein naturgetreues Touchscreen-Telefon zu entwickeln und als Holz- und Acrylglasmodell anzufertigen“, erzählt die Studentin. „Da habe ich dann schön an der Drehbank gestanden oder mit der Bandsäge gearbeitet.“ Spaß gemacht hat es ihr aber schon. Immerhin sei das etwas anderes, als lahmer Frontalunterricht. Gewöhnen musste sie sich aber an wöchentliche Hausaufgaben, die auch jeweils vor Professor und Kommilitonen vorgestellt werden mussten. Generell war die australische Uni eher wie Schule in Deutschland. Alles war straffer und sehr arbeitsintensiv. Als ausländische Studentin, und weil die Studieninhalte aufeinander aufbauten, musste Lubow an den Kursen der Erstsemester teilnehmen: „Meine Kommi- litonen waren alle noch jünger als ich, siebzehn oder achtzehn. Das hat man natürlich schon gemerkt. Die waren ja meistens frisch von zu Hause weg und ein bisschen entspannter, was Leistungs- nachweise angeht.“
Geplant hat die Studentin das Semester per Internet von Deutschland aus. Sehr aufschlussreich war vor allem, so erzählt sie, die Homepage des Instituts Ranke Heinemann. Über die Homepage bekam sie alle notwendigen Unterlagen für die Einschreibung an der UNSW, der University of New South Wales. In Australien angekommen, kümmerten sich Unimitarbeiter und Dozenten intensiv um alle ‚Inter- nationals‘. Dazu gehörte auch, dass man sie über gefährliche Strömungen und das australische Ozon aufklärte. |
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