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Urbane Oase vor dem Aus: Müllabfuhr will "Bar25" abräumen
24.09.2008
Fortsetzung Mediaspree
Die Berliner Stadtreinigung (BSR) setzt zum Großreinemachen am Spreeufer an. Dran glauben soll die "Bar25" zwischen Holzmarktstraße und Spree. Offiziell wegen zwingenden Kaimauerarbeiten. Besenrein, sagt jedoch Christoph Klenzendorf, einer der Betreiber der beliebten Flussbar, könne das Gelände halt besser bei Investoren angepriesen werden. Er hofft noch auf eine Fortsetzung der Zwischennutzung. Denn immerhin warb auch Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) im vergangenen Jahr beim "Berlin Day in New York" mit seiner sexy Hauptstadt und Attraktionen wie die Flussbar.

Ein New Yorker Immobilienmakler geht nach Angaben der "Bar25"-Betreiber schon jetzt damit hausieren, dass das Filetgrundstück mieterfrei zu erwerben sei. Um diesen Zustand aber auch tatsächlich zu erreichen, gab es nach einer ersten Kündigung zum Anfang des Jahres jetzt eine zweite, die eine Frist bis Ende Oktober setzt. Es droht die Räumung. Am 12. Dezember steht ein Termin vor dem Landgericht Charlottenburg an.

Offiziell geht es aus Sicht der BSR nur um dringend notwendige Sanierungsarbeiten an der instabilen Uferkante sowie um eine Reinigung des Erdreiches. Dafür müsse die Bar eben weichen. Deren Betreiber zeigen sich gesprächs- und kompromissbereit. Klenzendorf berichtet, dass man ein Gegen- gutachten zur Qualität des Bodens eingeholt habe. Darin erfolgte eine Ein- stufung zwischen Kinderspielplatz und normalem Untergrund. Also im Prinzip völlig unbe- denklich und keinesfalls ein
Grund für eine spontane Krebserkrankung.

Und mit Blick auf die auch seiner Meinung nach ebenfalls wichtige Sicherung der teil- weise einsturzgefährdete Kaimauer erklärt er, dass dies mit nur geringerem Mehr- aufwand von der Wasserseite her möglich wäre. Ohne die Bar dicht zu machen. "Und für den Kostenunterschied kämen wir auf", so Klen- zendorf.

Einer Verlängerung der Zwischen- nutzung stünde eigentlich gar nicht einmal so viel entgegen. Zumal es laut einer BSR-Presse- mitteilung beim Erwerb des Grundstücks noch hieß, dass "bis zur weiteren Verwertung des Grundstücks temporäre Zwischen- nutzungen vorgesehen.sind". Und noch im September 2007 versprach die BSR-Vorstandsvorsitzende Vera Gäde-Butzlaff, dass die "Bar25" bleiben könne, bis die Bagger kommen. Alles Schnee von gestern.

Warum die SpreeUrban-Entwicklungs- gesellschaft mbH, das ist der eigentliche Vermieter und eine Tochter der landes- eigenen Stadtreinigung, die "Bar25" jetzt unbedingt vom Spreeufer fegen möchte, ließe sich vielleicht am ehesten damit erklären, dass die Gesellschaft auch Mitglied bei Mediaspree ist. Das ist der Verein, dessen Uferbebauungsvisionen vor kurzem bei einem Bürgerentscheid in Friedrichshain-Kreuzberg baden gingen. Die Verantwortung für die Umsetzung des Bürgerwillens liegt beim Bezirk und der will sich tatsächlich - sofern es möglich ist - daran halten. Der Senat scheute sich bislang, das Verfahren an
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