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Berlinale 2010: Kulinarisches Kino unter dem Motto "In the Food for Love"
13.01.2010
Kino zum Fressen gern
"In The Food For Love“ lautet das Motto des 4. Kulinarischen Kinos der Berlinale, das vom 14. bis 19. Februar 2010 stattfindet. Elf Filme über die Beziehung des Essens zur Liebe, Natur und Umwelt laufen im Kino des Martin-Gropius-Baus. Nach den Filmen des Haupt- programms um 19:30 Uhr servieren die Sterneköche Thomas Kammeier, Michael Kempf, Lea Linster, Christian Lohse und Tim Raue im Spiegelzeltrestaurant "Gropius Mirror“ jeweils ein Menü, das von den Filmen inspiriert ist.

"Das Konzept der Reihe hat sich bewährt“, sagt Berlinale-Leiter Dieter Kosslick, "wir zei- gen Filme, die Appetit machen, und kochen dazu. Wir zeigen aber auch Filme, die den Appetit verderben, Filme, die die Augen öffnen für die katastrophale Lage der Ernährung in der Welt.“

Zum Auftakt des Kulinarischen Kinos präsentiert die letzjährige Jury-Präsidentin Tilda Swinton gemeinsam mit Regisseur Luca Guadagnino den Film "Io Sono L'Amore" ("Ich bin die Liebe"). "Food for Love“, das heißt, Lebensmittel, die zum Liebesmittel tau- gen, spielen in dem Melodram eine entschei- dende Rolle. Christian Lohse bereitet zum Film eine "russisch-italienische Liebes- erklärung“ zu, denn Tilda Swinton spielt eine Russin, die in eine reiche Mailänder Familie eingeheiratet hat.

Der iranische Filmemacher Mohammad Shirvani schaut in "Dastoor-e Ashpazi" ("Iranisches Kochbuch") sechs Hausfrauen in die Töpfe, in denen das Essen für das Ende eines Ramadantages kocht und stellt sich damit der Frage: Ist Kochen Liebe oder Pflicht? Für den Sternkoch Thomas Kammeier ist es die Inspiration, ein "frommes Lamm“ zu schmoren.

Die renommierten Dokumentarfilmer Chris Hegedus und D. A. Pennebaker beobachten in Kings of Pastry einen Wettbewerb von Patissiers. Zweifellos ist die Zubereitung der fragilen Zuckerwerke eine Kunst, die wortlos ausdrückt, dass die Liebe süß ist. Die Luxemburger Köchin Lea Linster präsentiert dazu eine Entenpastete.

The "Botany of Desire" ("Botanik der Begierde") nach dem gleichnamigen Best- seller von Michael Pollan ("Food, Inc.") zeigt, dass auch Pflanzen lieben können. Im Film werden die gewitzten Strategien der Pflanzen enthüllt, sich mit Hilfe menschlicher Leiden- schaften zu vermehren. Die Dokumentation läuft zum 20-jährigen Jubiläum der Slow Food Bewegung. Michael Kempf schmort dazu eine Mecklenburger Bisonbacke.

Soziale und ökologische Themen stehen in vier Spätvorstellungen (22 Uhr) im Mittelpunkt.
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