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Stuttgart: Die Weinstube Klink - Neuer Pächter aber immer noch die Reise wert.
06.04.2008
Von Rostbraten und Spätzle
Schwäbische Küche in italienischer Hand - kann das gut gehen? In der renommierten Weinstube Klink in Stuttgart - Degerloch: ja. Denn der neue Inhaber, Vicenco di Napoli, hat sich mit Thomas Weinert einen anerkannten schwäbischen Küchenmeister geholt und auch sonst diese Stuttgarter Institution nur behutsam verändert.

Wir Schwaben sind mißtrauische, vorsichtige und schwer zufrieden zu stellende Menschen. Vor allem, wenn es ums Essen geht. Trotz der uns nachgesagten Sparsamkeit, gibt es in Baden-Württemberg mehr Sterne-Köche als sonst wo in der Republik und vor allem - mehr gute "Nicht-Sterne-Restaurants" als in anderen Bundesländern.

Eine dieser super guten Anlaufstationen für schwäbisches Essen war jahrzehntelang die Weinstube Klink. Und das schönste: Sie ist es noch, trotz, oder besser: Dank dem neuen Pächter, Vincenco di Napoli.

Der Rostbraten schmeckt, wie ein Rostbraten schmecken muß: saftig, kräftig aber zart und weich. Die Flädlesuppe hat tatsächlich echte Suppenknochen bei der Zubereitung gesehen und nicht nur Suppenwürfel. Die Bratkartoffeln sind knusprig braun und die gebackenen Apfelküchle zum Nachtisch - mein absolutes Lieblingsgericht - diese Apfelküchle sind wirklich hervorragend. Leicht säuerliche Äpfel, frisch ausgebacken, nicht zu fett und die Vanilliesauce ist aus echter Vanillie gemacht. Sie sind also fast so gut, wie die Apfelküchle meiner Großmutter. Fast.
Und das - das sei allen Nicht-Schwaben gesagt - ist ein großes Kompliment, denn im Schwäbischen heißt es: "Nicht gebruddelt (kritisiert) ist genug gelobt."

Einmal im Jahr muß es also Schwäbische Küche sein. Wenn ich dann zufällig in Stuttgart bin, war bisher immer die Weinstube Klink meine Anlaufstelle. Nicht leicht zu finden und klein, war sie die optimale Adresse, zu der sich kein zufälliger Gast oder Tourist verirrte. Man war also immer unter Kennern des guten Essens und des guten Weins, der im Schwabenland unbedingt dazu gehört. Also war ich ziemlich irritiert, als ich hörte, dass eine Stuttgarter Einrichtung, wie die Weinstube Klink im vergangenen November von einem Italiener übernommen wurde. Nach längerem Zögern habe ich nun doch der neue Weinstube einen Besuch abgestattet und, ja, ich habe mich auch überzeugen lassen: Die Weinkarte ist nach wie vor ausgesucht und mit ca. 150 erlesenen Weinen exzellent aufgestellt.

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