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Durchatmen am Millerntor
04.05.2008
Ligaverbleib gesichert
Holger Stanislawski (Teamchef FC St. Pauli): "Heute hat die Offensive das Spiel für die Defensive mitgewonnen."

Pünktlich zum Spielbeginn setzte der Regen ein. Auch auf dem Rasen erlebten die Paulianer eine frühe und sozusagen kalte Dusche mit dem 0:1 nach nur neun Minuten durch Sanibal Orahovac. "Wenn man zweimal führt, muss es auch mal zum Sieg reichen", ärgerte sich später Aue-Coach Heiko Weber über das zehnte Spiel ohne dreifachen Punktgewinn. Den unerwarteten Führungstreffer der Gäste glich Timo Schulz nach Anspiel von Charles Takyi bereits in der 13. Minute aus. Es zeigte sich, dass St. Pauli sich weder vom Regen noch vom Gegner beeindrucken ließ und weiter die spielbestimmende Mannschaft blieb. Allerdings ohne dabei zu nenneswerten Torchancen zu kommen. Zu kompliziert wurde vor allem durch Takyi und Ludwig nach der Lücke in den Auer Reihen gesucht. Vergeblichkeit bei gleichzeitiger Überlegenheit kennzeichnete das Spiel der Gastgeber in dieser Phase. Aus heiterem Himmel bei gleichbleibender Bewölkung dann die erneute Führung für Aue durch Skerdilaid Curri (35.). Die Pauli-Abwehr hatte offenbar auf Abseits spekuliert und ließ den Torschützen unbedrängt durch Mitte und Viererkette spazieren. Der an diesem Spieltag gut aufgelegte Pauli-Keeper Benedikt Pliquett war macht- und schuldlos.

Ganz anders auf der anderen Seite eine Szene mit Torwart
nur Sekunden vor dem Ende der ersten Hälfte. Takyi zog unvermittelt aus gut 25 Metern ab und ließ dabei Aue-Keeper Tomasz Bobel nicht die allerbeste Figur machen. Fans fabulierten später zwar von einem Distanztreffer aus gefühlten 40 bis 50 Metern Abstand zum Tor, doch muss diese Lesart mit Blick auf die alkoholschwangere Siegeseuphorie als Großstadtmärchen abgetan werden. Der wuchtige Schuss war zwar unerwartet und gut, doch ein Ball aus großer Entfernung ist ohne Ausnahmen immer etwas länger in der Luft, bevor er in den Maschen zappeln kann (45.). Andererseits spricht allein schon der geglückte Versuch für den stark spielenden 23jährigen Regisseur des Heimteams, der zur nächsten Saison zum Liga-Konkurrenten SpVgg Greuther Fürth abwandert. Der 2:2-Ausgleich war der nicht unverdiente, aber etwas glückliche Ausgleich für die Kiezkicker in der bis dahin wackeligen Begegnung.

Die 2te Halbzeit begann mit Sonnenschein. Dass Aue unbedingt die Partie gewinnen musste, wurde nicht mehr sonderlich bemerkbar. St. Pauli hingegen bestimmte das Spiel ohne dabei zu glänzen. Und durch fortgesetzte Nachlässigkeiten in den Abwehrreihen gefährdeten sie erneut und immer wieder den Lohn ihrer Arbeit. Wer aber aus drei Metern freistehend vor dem Tor nur den Pfosten trifft, heißt entweder Kevin Kuranyi oder muss wie die Erzgebirgler nun
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