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Aus der Schulmedizin wissen wir, daß mangelnde Sehschärfe nur mittels optischer Linsen ausgeglichen werden kann. Sehtrainer wie Peter Grunwald jedoch behaupten etwas ganz anderes: Unser Sehen ist veränderbar und kann durch abgestimmte Übungen wieder vollkommen hergestellt werden.
Seine eigene Geschichte liest sich dabei wie eines jener Wunder, die in der Wissenschaft als unerklärlich gelten.
Mit 3 Jahren bekommt er seine erste Brille. In jährlichen Abständen folgt eine Anpassung der Linsenschärfe. Die Sehhilfe braucht er sowohl für das Lesen eines Buches als auch für die Schrift an der Tafel. Mit 18 Jahren trägt er die stärksten Brillengläser, die es gibt und sieht trotzdem nur zu 40%. Zusätzlich stottert er, atmet schlecht, hat Rückenprobleme und eine schlechte Haltung. Für ein Rendevouz mit einem Mädchen nicht die besten Voraussetzungen.
Als er zum Wehrdienst einberufen werden soll, den er lieber im Zivildienst ableisten möchte, findet er Wege, sein Sehen so weit zu verschlechtern, daß er wegen schlechten Sehvermögens ausgemustert wird. Wenn es möglich war, das Sehvermögen absichtlich zu verschlechtern, konnte es dann umgekehrt auch verbessert werden? Mit dieser Frage beginnt er Jahre später, bei der bekannten Sehtrainierin Janet Goodrich Unterricht zu nehmen. Danach sei er innerhalb von 18 Monaten in der Lage gewesen, seine Brille für immer abzulegen.
Noch heute ist auf den Informationsseiten des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands e.V. zu lesen, daß die allermeisten Augenerkrankungen irreparabel seien. Dies beträfe auch Kurzsichtigkeit. Unter der Überschrift "Myopie läßt sich nicht wegtrainieren!" ist zu lesen: |
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" 'Entspannungsübungen' und 'Augenmuskel-training' können an einer Kurzsichtigkeit nichts ändern - das wurde auch von jenen Augenärzten, die trotz aller theoretischer Bedenken diese Übungsmethode versuchsweise bei ihren Patienten anwandten, eindeutig festgestellt." Wie sich Heilungserfolge wie die von Grunwald und anderen Protagonisten des Sehtrainings dann aber erklären lassen, wird leider nicht erörtert.
Aus seiner Erfahrung zog Grunwald den Schluß, daß jeder Mensch sein Sehen zielgerichtet beeinflussen kann. Seitdem gibt er Kurse und Einzelcoachings, die laut seiner Aussage vielen Menschen zu einem verbesserten Sehen verholfen hätten. In seinem Buch "EyeBody. Die Integration von Auge, Gehirn und Körper Oder Die Kunst ohne Brille zu leben" faßt Grunwald seine persönlichen Entdeckungen und Erkenntnisse zusammen. Dabei schöpft er aus der jahrelangen Arbeit an sich selbst wie auch mit Klienten und Gruppen.
Seiner erfahrungsgeleiteten Theorie nach ist Sehen ein übergeordneter, koordinierender Prozess - also mehr als klare Sicht und scharfer Fokus. Sehen findet danach primär im Gehirn und nur sekundär in den Augen statt. Die hohe Bedeutung des Sehens für das Gesamtsystem Mensch leitet Grunwald aus zwei Aspekten ab.
Zum einen koordiniert das Gehirn alle wichtigen Funktionen des Menschen. Verschiedene Steuerungszentralen erfüllen dabei unterschiedliche Aufgaben, die jedoch in komplexer Weise miteinander verbunden sind. Die Schaltstelle Sehen sei in der Hierarchie der Funktionsstellen ganz oben angesiedelt. |
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