In einem Asia-Shop in Stuttgart sind mit Melamin verseuchte Milchbonbons aus China entdeckt worden. Das bestätigte das Ver- braucherministerium in Stuttgart. Die Che- mikalie Melamin wird in der Industrie als Bindemittel benutzt. In China sind in den letzten Wochen drei Säuglinge gestorben, rund 50 000 wurden durch Melamin ver- seuchte Milch schwer krank.
Im Milch-Skandal ist der chinesischen Polizei ein Schlag gegen ein Netzwerk für den Vertrieb der Chemikalie Melamin gelungen. Die Beamten durchsuchten Molkereien, Höfe und Großhandelsbetriebe in der Provinz Hebei und nahmen 22 Verdächtige fest. 22 Kilogramm Melamin wurden beschlagnahmt.
Jetzt sind auch in Stuttgart verseuchte Milch- bonbons aufgetaucht. Die Bonbons sind mit der Chemikalie Melamin gestreckt worden. Melamin ist ein weißes Pulver, ein Kunst- stoffprodukt, das umganssprachlich als Duroplast bezeichnet wird. In der Industrie wird damit vor allem Kunstharz hergestellt.
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Wird Melamin in größeren Mengen geges- sen, führte es bei Tieren zur Bildung von Kristallen im Urin und Harnblasensteinen. Bei männlichen Ratten wurde eine erhöhte Inzidenz von Harnblasentumoren beobachtet. Es kann bei langfristiger hochdosierter Ein- nahme zum Tod durch Nierenversagen kom- men.
Bereits 2006 gab es in China ein Melamin-Skandal. Damals wurde Tierfutter durch Melamin gestreckt, das vor allem in die USA exportiert wurde. Dadurch wurde ein höherer Proteingehalt vorgetäuscht. Die Fütterung führte zum Tod von Haustieren durch Nieren- versagen, und 2007 wurde ein landesweiter Rückruf des Futters eingeleitet. |