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Hoffnungsschimmer für Patienten mit Retinitis Pigmentosa
10.03.2008
Netzhaut-Mikrochip soll Sehen ermöglichen
Tunnelblick oder Nachtblindheit sind zwei der vielen Symptome der Retinitis pigmentosa. Bei dieser Krankheit degeneriert die Netz- haut, die lichtempfindlichen Zellen im Auge sterben ab. Die Funktionen der Photorezep- toren soll der neue Mikro-Chip übernehmen. Der Mikrochip wird derzeit von einem Forscherteam der Universität Ulm entwickelt. Die medizinische Seite des Projekts wird von Ärzten der Universitäts-Augenklinik Tübingen und der Universität Regensburg betreut. Das Bundesforschungsministerium fördert das Projekt mit 1,3 Millionen Euro.

Ein Vorläufer des Chips wurde bereits sieben Probanden eingepflanzt. Einige Patienten konnten danach laut Universitätsklinik Tübingen zumindest Schemen erkennen oder Lichtquellen orten. Noch bessere Ergebnisse versprechen sich die Ulmer Forscher nun von der neuen Generation des Mikro-Chips.
„Wenn alles gut läuft, können die ersten Chips vielleicht noch in diesem Jahr implantiert werden können“, sagt Albrecht Rothermel, stellvertretender Direktor des Instituts für Allgemeine Elektrotechnik und Mikroelektronik der Universität Ulm. Er stellte das Projekt kürzlich auf einer Fachtagung zu elektronischen Schaltungen in San Francisco vor. „Wir hoffen, dass die Probanden damit auch feinere Strukturen erkennen können.“ Allerdings warnt der Forscher vor zu großen Erwartungen. Im Bereich des schärfsten Sehens der Netzhaut lasse sich der Mikro- Chip nicht so ohne weiteres platzieren.
Ein Vorteil der neuen Entwicklung sei die längere Lebensdauer des Chips. Außerdem müssen Probanden nicht wie früher für Versuchsmessungen aufwändig verkabelt werden. Den Patienten werde bei der neuen Version eine kleine Dose unter die Haut gepflanzt. Damit könnten die Daten dann induktiv übertragen werden.
Verena HussongVerena Hussong, hussongv@tagesblick.de
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