In Hamburg grassiert eine Masern-Epidemie. Seit Jahresbeginn haben sich dort ca. 101 Kinder und Jugendliche angesteckt. Die Ärzte rufen Eltern zur Masern-Impfung auf.
"Man kann schon von einer Epidemie reden.", sagte der Sprecher der Hamburger Gesund- heitsbehörde, Rico Schmidt. Entwarnung sei nicht in Sicht. Im gesamten vergangenen Jahr seien in der Hansestadt nur drei Masern-Erkrankungen gemeldet worden. Das Berli- ner Robert Koch-Institut rief angesichts der wieder steigenden Zahlen an Masernfällen dringend zur Schutzimpfung auf. "Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit. Man sollte die Schutzimpfung nutzen", sagte RKI-Präsident Jörg Hacker.
Die Ursachen für den Anstieg sind noch un- klar. "Die Impfquote ist in Hamburg nicht schlechter als anderswo", betonte die RKI-Sprecherin. Sie riet dringend zu Schutz- impfungen, denn gegen Masern gebe es keine medizinische Behandlungsmöglichkeit. Gefährlich sei zudem die hohe Kompli- kationsrate. So könne es infolge von Masern zu Mittelohrentzündung, Lungenentzündung, Durchfällen und Gehirnentzündung (Enzepha- litis) kommen. Je älter die Infizierten seien, desto höher auch die Komplikationsrate.
|